HEPLEV - abseits vom Mainstream...


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An die etablierten Medien, die so gerne auf die Blogger eindreschen:
Wenn man keine Zeitung liest, ist man uninformiert.
Wenn man Zeitung liest, ist man desinformiert.

Mark Twain

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Europa - USA

Akademische Mords-Freiheit

Als vor ein paar Monaten ein durchgeknallter Student in den USA massenmordend durch einen Gebäudekomplex seiner Universität zog, „wussten“ wir genauestens Bescheid. Jede Kleinigkeit (vor allem die, die ins antiamerikanische Klischee passten) wurden mehr als ausgebreitet. Und dazu holte man dann alles weitere Fälle von Amokläufen und Mordversuchen in Schulen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen heraus, um zu zeigen, wie waffenstarrend und mörderisch man in den USA ist. (Interessanterweise sind islamisch motivierte Gewalttaten dabei nicht genannt worden!)

Ganz anders, wenn es an gewissen anderen Universitäten „knallt“ – sagen wir in einer oder zwei palästinensischen. Vor Kurzem wurde die Bir Zeit-Universität für’s Erste dicht gemacht, weil dort Fatah- und Hamas-Anhänger auf einander schossen. Jetzt folgt die An-Naja-Universität in Nablus. In unseren Medien findet man dazu nichts. Wahrscheinlich, weil es keine Toten gegeben hat. Schließlich ist eine Meldung von Schießereien und Mordversuchen auf dem Campus nur erwähnenswert, wenn ein Massaker vorliegt und nicht nur (egal wie viele) Verletzte. Oder liegt es daran, dass da nicht nur einseitig geballert wurde, sondern zwei „Parteien“ sich gegenseitig umzubringen versuchten? Vielleicht liegt der Grund ja auch darin, dass der Campus ein palästinensischer ist und kein amerikanischer?

Fakt ist: Wenn in palästinensischen Universitäten Studenten mit Schusswaffen, Stühlen, Messern, Schwertern und wer weiß was sonst noch auf einander losgehen, dann haben unsere Medien nichts dazu zu sagen, es wird nicht einmal berichtet. Es ist uninteressant. Vermutlich, weil man damit weder den Amerikanern noch den Israelis etwas am Zeug flicken kann. Sobald es aber die Möglichkeit gibt, dass die Ursachen und die Schuld für solches Verhalten nicht bei den Palästinensern gefunden werden kann (egal, wie weit her geholt das sein würde), hätten wir Schlagzeilen. Morden sie sich gegenseitig, ohne dass damit ein Machtwechsel herbei geführt wird – ist es uninteressant, reine Spielerei, nicht von Bedeutung. Das ist dann die akademische Freiheit der MSM: Die einen sind frei ihre Schießereien auszutragen, die anderen sind frei sich für Irre zur Verantwortung ziehen und Häme über sich ergehen zu lassen. Hauptsache das Bild von den mörderischen Amis und Israelis und den verzweifelten und nur Frieden suchenden Palästinensern stimmt.

25.7.07 20:57


Das Vietnam des Mittleren Ostens?

Wenn wir Berichte aus dem Irak bekommen, dann wird gerne der Vergleich mit Vietnam heraufbeschworen. Das ist ein Sumpf, heißt es, aus dem die USA nicht herauskommen. Wieso das so ist? Keine sonderliche Begründung. Maximal bekommt man zu hören, dass es die „Aufständischen“ gebe, den „Widerstand“ der Iraker gegen die Besatzer.

Ist das wirklich so? Wir haben genügend Berichte, dass haufenweise Terroristen – sorry, „Widerstandskämpfer“ – aus aller (muslimischen) Herren Länder sich dort herumtreiben. Besonders sind es dann Leute, die aus dem Iran oder Syrien einsickern und haufenweise – Iraker ermorden. Das dürfte wohl ein entscheidender Unterschied zu Vietnam sein.

Inwiefern die Iraner und Syrer sonst noch mitmischen, wird bei uns gerne ignoriert. Berichte gibt es praktisch nicht (die US-Medien sind nicht unbedingt viel besser). Dabei zeigt sich, dass es einen Vergleich mit Vietnam tatsächlich gibt: Dort war die chinesische Grenze das absolute Tabu – so sehr, dass die US-Luftwaffe schon deutlich vorher kehrt machte. Dabei waren die Chinesen und die Sowjets diejenigen, die den Konflikt am Leben hielten – den Vietcong Waffen und sonstiges Material lieferten, ihnen logistische Unterstützung und selbst Truppen zur Verfügung stellten. Eine derartige Unterstützung bekommen die „Aufständischen“ im Irak auch, vor allem vom Iran. Dass die Amerikaner bereits eine ganze Reihe iranischer Soldaten und Offiziere im Irak „gefunden“ haben (als Leichen nach Kämpfen mit „Aufständischen“, aber auch als lebende Gefangene), weiß in Europa praktisch niemand – wenn es nicht sogar abgestritten wird.

Es sieht also zur Zeit so aus, als könnten im Irak geschehen, was will – aber wir erfahren nur die schlechten Neuigkeiten. Und die sonst „passenden“. Wie der Iran und Syrien den Krieg gegen die irakische Zivilbevölkerung schüren, das wird verschwiegen.

Gerade diese Woche gibt es wieder solche Nachrichten, die man sich in Blogs zusammensuchen muss, selbst wenn sie von Nachrichtenagenturen berichtet werden. Eine davon besagt zum Beispiel, dass ein LKW aufgebracht wurde, der aus Syrien kam. In ihm wurden 200 Sprengstoffgürtel gefunden. Der Fahrer des LKW weigert sich den Behörden seinen Namen oder seine Nationalität zu geben. Was die Behörden wie das amerikanische Militär zum Anlass nehmen darauf hinzuweisen, dass 70 Prozent der Terroristen über Syrien in den Irak kommen und 90 Prozent der Anschläge von außerhalb des Irak stammenden Al-Qaida-Leuten ausgeführt werden.

Hier sind solche Angaben „natürlich“ lediglich Behauptungen – so sie denn überhaupt zur Kenntnis genommen werden. Denn „Experten“ lehren uns, dass
a) Al-Qaida als Sunniten von den Iranern nicht unterstützt wird und
b) dass das „säkulare“ Baath-Regime in Damaskus keine religiösen Fanatiker unterstützt.
Wie bringen diese Herrschaften das mit folgender Meldung auf die Reihe:

US-Truppen im Irak entdecken weitere im Iran hergestellte Waffen

Und dann folgt die in diesem Fall noch "harmlose" Aufzählung, wie sie fast täglich möglich ist: drei iranische Handgranaten, militärische Uniformen, 40 Mörserhülsen mit Durchmessern von 40 bis 81mm.

Die Koalitionsstreitkräfte haben es mit militärischen Aktivitäten aus Syrien und dem Iran zu tun. Die Regime in Damaskus und Bagdad führen aktiven Krieg gegen sie. Aber sollten z.B. die Amerikaner gegen einen dieser beiden Kriegsteilnehmer vorgehen, wird – vor allem die europäische Welt – Zeder und Mordio brüllen, wegen des kriegslüsternen George Bush und der Verletzung der Souveränität dieser beiden Terrorstaaten.

Die Verletzung der Souveränität des Irak steht nicht zur Debatte. Genauso wenig wie die Verletzung des Rechts der irakischen Bevölkerung auf die Unverletzbarkeit ihres Lebens.

Die Terroristen sind Freiheitskämpfer und Aufständische (obwohl sie nicht aus dem Irak kommen). Diejenigen, die für Frieden und Freiheit sorgen wollen, sind die Bösen – noch eine (Teil-) Parallele zu Vietnam.

12.7.07 23:47


Wir sind die Guten!

Jedenfalls bei allem, was im Nahen und Mittleren Osten passiert, gewesen ist und lange zurückliegt. Besonders in Sachen Terror-Regimen und Diktatoren, die ja alle von den Amis aufgebaut und versorgt wurden. Saddam zum Beispiel. Da sind die Amis die allergrößten Heuchler, weil sie ihn ja aufgerüstet haben und jetzt wegen Öl den ganzen Irak vernichten wollten.

So in etwa lauten die gängigen „Argumente“, wenn es darum geht den Amerikanern „nachzuweisen“, was für Drecksäcke sie sind und wie gut und menschlich die Europäer. Dummerweise stimmt da einiges nicht, wie sich jetzt wieder einmal herausstellt:

Zum Einen ist die Frage des „Krieg für Öl“ eine, die sich nicht stellt. Wie hätte ein „Krieg für Öl“ wirklich ausgesehen? Und wie die Folgen des Krieges auf der Landkarte? Die Frage beantwortet der Blog Eject! Eject! Eject! am 6. November ziemlich klar (ein Stück hinunter scrollen bis No Blood for Oil! - deutsche Übersetzung hier in diesem Blog!).

Für die Europäer wichtiger ist aber die eigene, moralisch überlegene saubere Weste, die als Keule gegen die Amerikaner hervorgezogen wird. Da spielt es dann keine Rolle, dass Saddam neben sowjetischen/russischen Flugzeugen vor allem französisches Gerät fliegen ließ. Auch die Excocets, die die Briten im Falklandkrieg einige Schiffe kosteten, waren im Arsenal Saddams enthalten. Der Reaktor, den Israel vor 25 Jahren bombardierte, kam aus Frankreich. Die Liste lässt sich beliebig verlängern – mit europäischen Staaten und Firmen.

Die neueste Verlängerung betrifft gleich eine ganze Batterie deutscher Firmen, die in den „Öl für Lebensmittel“-Bestechungsskandal verwickelt ist, über den Saddam seine Militärprogramme zu Ungunsten seiner Bevölkerung aufrecht erhielt. Davids Medienkritik greift einen vorab veröffentlichten Bericht des Focus auf: Neben der Linde AG wird 62 weiteren deutschen Firmen vorgeworfen in den Skandal verwickelt zu sein und dass bis zu 36 Untersuchungsverfahren gegen Manager der meist kleineren Firmen laufen. Das „Land der moralischen Überlegenheit“ war also überhaupt nicht an Unrechtmäßigkeiten beteiligt! WIR haben nichts Falsches getan, die Amis waren es!

So viel überhebliche Selbstgerechtigkeit könnte vielleicht selbst den Deutschen einmal zu viel werden, wenn die Medien die Machenschaften aufdecken bzw. wenigstens ausführlicher über sie berichten würden. Aber das geht ja nicht, dann kann man nicht mehr auf die Amerikaner herabsehen und sie verdammen...

2.1.07 02:07


Kein Blut für Öl

Eject! Eject! Eject!, 6. November 2006

Manchmal ist die beste Möglichkeit eine radikale Behauptung zu untersuchen der, anzunehmen, dass sie stimmt und ihre wahrscheinlichsten Konsequenzen zu untersuchen. Ein Beispiel: Die Vertreter der Existenz des Ungeheuers vom Loch Ness behaupten, dass es einen überlebenden Plesiosaurier in den Tiefen des schottisches Sees gibt. Dann werden wir in endlose Diskussionen über weit entfernt zu sehende Wellen und grobkörnige Fotos und behauptete Fälschungen usw. gezogen. Wenn wir aber auf den Punkt kommen und annehmen, dass die Voraussetzung stimmt, was passiert dann? Plesiosaurier sind Luft atmende Reptilien, die zum Überleben täglich riesige Mengen Fisch verspeisen müssen. Es gibt im Loch Ness praktisch keine Fische. Bestellt das Vieh beim Pizzaservice? Außerdem würde wir ihn als Luftatmer nicht ein oder zweimal pro Jahrzehnt eine Sichtmeldung bekommen, sondern Hunderte pro Tag. Wenn man die Voraussetzung eines Luft atmenden Dinosauriers zugrunde legt, wird der gesamte Vorschlag lächerlich, nicht auf Grundlage der Beweise, sondern auf dem monumentalen Fehlen von Belegen, die die Vorstellung unterstützen.

Ähnlich ist es mit einem „Krieg für Öl“. Wie würde ein wirklicher „Krieg für Öl“ aussehen? Nun, US-Trupen wären mit allem, was zur Verfügung stand zu den Ölfeldern gedüst. Mit allem, was zur Verfügung stand. Dann hätten sie sichere Konvoi-Routen zum nächsten Hafen – wahrscheinlich Basra – eingerichtet und die US Navy hätte praktisch den gesamten Golf mit Kriegsschiffen zugemauert, um die sichere Fahrt von Tankern mit US-Flagge in die Region und aus ihr hinaus zu sichern.

Es hätte keine Feldzug quer durch’s Land gegeben – wofür? – und keinen Kampf um Bagdad. Falludscha und Mossul und all die anderen Troublespots hätten nie einen amerikanischen Soldatenstiefel gesehen. Warum? Da gibt’s kein Öl. Das US-Militär würde tun, zu was es extrem gut ausgebildet ist: einen sehr begrenzten Landstrich erobern und halten und ständig laufende, sichere Konvois dort hinein und hinaus sichern. Saddam hätte bleiben können, wenn er gewollt hätte. Das hätte wahrscheinlich eine Menge Ärger erspart und das Ganze wäre zu einer Art Super-No fly-Zone über den Ölfeldern, Häfen und Konvoi-Routen geworden und der Teufel hätte sich um den Rest kümmern können. Straßenrand-Bombentote in Sadr City? I>Was zur Hölle hat Sadr City, das wir brauchen?

SO hätte ein Krieg für Öl ausgesehen. Und es ist absolut möglich, dass solche eine Operation ohne einen einzigen amerikanischen Toten hätte durchgeführt und aufrecht erhalten werden können.

Wir haben tausende Tote und Verwundete, weil sie in die Luft gejagt werden, während sie weiter versuchen einem Land Sicherheit, Elektrizität und Wasserversorgung, Schulen und Krankenhäusern zu bieten, das von drei Jahrzehnten der Angst, Folter und Barbarei verwüstet wurde. Die Anwesenheit der Amerikaner in den Städten ist es, um Sicherheit und so etwas wie Ordnung für die irakischen Bürger zu bieten, die so viele Leben gekostet hat. Wenn wir [Amerikaner] geteert und durch den Schmutz gezogen werden und in der PR den Preis für das „Stehlen von irakischem Öl“ zahlen müssen, dann ist das Mindeste, was wir tun können, hinzugehen und tatsächlich etwas davon zu stehlen, statt dafür zu sterben, dass die Ressource vom irakischen Volk genutzt werden kann. Letzteres ist das, was passiert, denn es gibt – wie immer – nicht den Ansatz eines Beweises des Gegenteils, egal, wie viele Idioten Schilder hoch halten und in gigantischen Pappmaché-Köpfen herumtanzen.

2.1.07 02:04


Wir und die Doppelmoral in Amerika

„RTL Extra – Das Magazin“ mit Birgit Schrowange – da wird einem so richtig warm um’s Herz, denn es kann so richtig geantiamerikanert werden. Heute heißt es: „Die Doppelmoral der Amerikaner“. Fest gemacht an folgendem Phänomen: „Die Amerikaner drehen die meisten Pornos. Sie machen Keuschheitsparties für ihre Kinder. Wie ist diese Doppelmoral zu erklären?“

Ja, so einfach ist das. „DIE“ Amerikaner machen gleichzeitig das eine wie das andere. Das sind alles dieselben Leute. Papa A und Mama A machen erst den Porno, danach verbieten sie ihren Kindern den Sex. Anscheinend ist es nicht möglich sich vorzustellen, die von den „Keuschheitsparties“ nicht Papa A und Mama A sind, sondern Papa und Mama B. Es ist Europäern anscheinend weit gehend unerklärbar, dass in den USA der freie Wettbewerb der Lebenskonzeptionen existiert. Sprich: dass die „Keuschen“ genauso für ihre Lebensart werben dürfen und das tun, wie es die Porno-Freaks machen.

Für den Deutschen muss es ein Einheitsprogramm geben. Freier Sex für alle, ohne dass man dafür wirbt, dass man auch bis zur Ehe warten sollte. Wer solches Werben unternimmt, will „verbieten“. Und wenn in Amerika die meisten und heftigsten Pornos produziert werden, haben „die Amerikaner“ schlichtweg nicht das Recht für Keuschheit zu werben. Wettbewerb der Lebenskonzeptionen? Da könnte ja jeder machen, was er will! Geht nicht mit dem Michel. Und so mokiert man sich über „die“ Amerikaner. Die sonst – besonders in Sachen Islam – so viel geforderte Differenzierung gibt es nicht. Warum auch? Wenn man gegen das Böse auf der anderen Seite des Ozeans zu Felde ziehen kann? Und der passende Spruch kommt auch gleich in der Anmoderation: „Was hält besser als Moral? Doppelmoral!“

Die Guten sind wir. Wir sind den Amis moralisch überlegen. Wir sind dafür, dass die hemmungslose Sexualisierung stattfindet. Wir haben kein Problem damit Pornos gut zu finden. Wir sind Klasse!

Ach ja: Und die Christen sind die Schlimmsten. Sie machen Angst. Sie sind gefährlich. Sie machen nur Geschäfte mit der Keuschheit.

Anders kann es nicht sein. Denn es ist nur eines richtig. Das, was die deutschen „Freiheitskämpfer“ für den Sex wollen. So tolerant sind sie, die Allesbefürworter aus Deutschland. Wer dem nicht entspricht – und muss verdammt werden, man muss ich über ihn lustig machen, ihn zum Vollidioten erklären. Herzlichen Glückwunsch, Deutschland, für die „Weltoffenheit“ deiner Medien. Respekt von anderen? Die nicht genauso sind? Nur, wenn es sich um Leute handelt, die anderen die Köpfe abschneiden und totalitäre Systeme propagieren. Herrlich! Wir sind auf der richtigen Seite!

18.12.06 23:25


Müssen die USA die Muslime Europas retten?

Wenn man der Ansicht von Ralph Peters, einem ehemaligen Armee-Geheimdienstler, folgt, dann sind die Europäer unbelehrbare Hasser, die Minderheiten unterdrücken und letztlich ausrotten wollen. Das ist nach seiner Ansicht so etwas wie genetisch verankert. Und deshalb sind die Muslime in Europa eine gefährdete Spezies, denn sie werden irgendwann demnächst von den Europäern nach dem „üblichen geschichtlichen Muster“ (Rückgriff auf die Vertreibung der Juden aus Spanien 1492 bis zum Holocaust) behandelt werden, weil sie überreagieren, statt sich mit den Einbildungen der gefühlten Gefahr auseinanderzusetzen. Ergo der Umgang mit den Minderheiten, deren humanste noch die „ethnische Säuberung“ sei. Dabei werden die Muslime noch Glück haben, wenn man sie nur deportiert. Eurabia? Ein Mythos, der mit der Wirklichkeit des Ralph Peters nichts zu tun hat, weil die Europäer bisher immer übertrieben gewalttätig gegen gefühlte Bedrohungen vorgegangen sind und das weiterhin tun werden.

Paul Belien hat auf diese gequirlte Sch... recht treffend geantwortet. Sogar ein zweites mal auf einen Kommentar von Peters bei PajamasMedia (im Link oben), Belien entstelle Peters Argumente und Darstellung. (Diesmal haben wir das Muster der Ablenkung vom Thema bei einem stockkonservativen Autor: Peters bemängelt, Belien habe sein Buch nicht gelesen, könne sich also nicht erlauben ihn zu kritisieren, obwohl Belien nicht einen einzigen Satz an Kritik zu Peters’ Buch schreibt, sondern lediglich erwähnt, dass viele Muslime sich über das Werk aufregen – und sich dabei nicht einmal dazu äußert, wie berechtigt oder unberechtigt diese Aufregung ist.)

In einer weiteren Antwort inszeniert Belien ein irres Szenario, das er selbst als lächerlich bezeichnet: Amerikanische Kriegsschiffe liegen vor Brest, Bremerhaven und Bari und US Marines holen die in Ghettos gesperrten und industrieller Vernichtung ausgesetzten Muslime aus Europa heraus. Die europäischen Staaten werden von faschistoiden Herrschern regiert, die die Muslime derart schlimm behandeln, dass selbst dem Großmeister des Ku-Klux-Klan schlecht wird. Nur eines ist in dem Szenario echt: Die Äußerungen von Peters aus seinem Artikel in der New York Post:

“Ich habe kein Problem mir ein Szenario vorzustellen, in dem Schiffe der US-Kriegsmarine vor Brest, Bremerhaven oder Bari vor Anker gehen, um die sichere Evakuierung der Muslime Europas zu gewährleisten.“

“Amerika ist ein großartiges Land. Die USA ziehen Qualität an. Amerikanische Muslime haben ein höheres Einkommenslevel als der nationale Durchschnitt. Wir hören von der handvoll Aufwieglern, aber die Mehrheit unserer amerikanischen Mitbürger, die zufällig Muslime sind, sind Ärzte, Professoren und Unternehmer. Dem amerikanischen Traum geht es gut, weil selbst der neueste Taxifahrer, der über die englische Grammatik stolpert, weiß, dass er wahrhaftig Amerikaner werden kann.“

Belien kritisiert an Peters zu Recht, dass dieser die Lage in Europa völlig missdeutet. Aber nehmen wir einmal an, die Europäer würden tatsächlich dahin kommen, dass sie sich gegen die Eurabisierung wehren würden. Bei aller tatsächlichen Multikulti-Political correctness und Islam-ist-Frieden-Indoktrination unserer Mainstream-Medien und –Politiker, die ausschließlich darauf aus sind unserer Gesellschaft klar zu machen, wie toll der Islam ist und wie unbedeutend die extremistische Minderheit; wenn man sich ansieht, wie mit Islamkritikern umgegangen wird, wie diese kriminalisiert, an den Rand gedrängt, zu Extremisten erklärt und diffamiert werden; wenn man sich weiterhin ansieht, welche Privilegien Muslimen zugestanden werden, die sonst niemand erhält; und wenn man den weithin völlig unbekannten und unbeachteten Euro-Arabischen Dialog und seine Auswirkungen betrachtet – dann kann man nur davon ausgehen, dass sich in Europa eine militante Bewegung entstehen muss, die sich gewaltsam gegen die mittel- bis langfristige Übernahme Europas durch harte, wahhabitische Muslime wehrt. Gemeinhin wird eine solche nur bei den Neonazis und anderen Rechtsextremisten gesehen. Das Dumme ist nur, wie auch Belien anführt, dass diese sich zunehmend mit den extremen Muslimen zusammenschließen, weil sie ihre heftigsten Feindbilder teilen: die Juden und „Amerika“. Andere Gruppierungen, die sich anfangen zu wehren, wenn es eigentlich zu spät ist und es nur noch mit extremer Gewalt geht, sind nicht zu sehen.

Bleiben also tatsächlich nur die Rechtsextremisten. Sollten die tatsächlich irgendwann noch merken, dass sie sich ins Bett der falschen Hure gelegt haben, dann wäre das Szenario von Belien gar nicht so falsch, wie er selbst meint. Auf die von ihm erdachte fürchterliche Weise wäre die Situation in Europa tatsächlich zu einem sehr späten Zeitpunkt noch umkehrbar und Peters bekäme Recht in seiner „Analyse“. Allerdings aus ganz anderen Gründen, als den von ihm angeführten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es so kommt, tendiert allerdings gegen Null. Eher werden die ganzen Alt- und Neonazis zum Islam konvertieren, der ihnen die Möglichkeit bietet, bei den „richtigen“ Imamen alles abgesegnet zu bekommen, was sie gerne tun: die Amis bepöblen, boykottieren und mit Bomben bedenken, Afrikaner „klatschen“ (Darfur lässt grüßen), sonstige Unliebsame mit Baseballschlägern traktieren (welche Ironie, dass sie dazu ein Gerät eines amerikanischen Nationalsports brauchen!) und die Juden dezimieren. Dafür spricht neben der aktuellen ideologischen Nähe bezüglich der Feindbilder auch der zunehmende organisatorische Schulterschluss – sozusagen in einer Umkehrung der Beziehung von Adolf Hitler und dem Großmufti Hadsch Amin al-Husseini aus dem Tausendjährigen Reich, da heute die Nazis die schwächere Gruppe sind.

Ich hoffe auf Ihr Ankommen in der Wirklichkeit, Mr. Peters. Vielleicht wachen Sie ja mal auf und lassen ihre Sichtweise nicht von ihrem Frust vernebeln, dass Europa die Amerikaner immer nur lehrmeistern und verteufeln will. Diese Hoffnung ist allerdings reichlich begrenzt, angesichts Ihrer ablenkenden und diffamierenden Antwort an Paul Belien. Sie befinden sich in guter Gesellschaft - allerdings nicht der, die Sie sich wohl wünschen.

2.12.06 13:12


Das Reden von heute hatte gestern schon Folgen

Agence France Presse ist DIE französische Presseagentur schlechthin. Sie hat uns schon viel „Freude“ bereitet, wie die französischen Medien überhaupt – es sei an die schöne Kampagne zum Tod von Mohammed a-Dura erinnert, der Dank France 2 heute Zeuge der Anklage gegen Israel ist und wehe man widerspricht!

Jetzt hat AFP wieder zugeschlagen. Bewaffnet mit Material der US-Islamistenorganisation CAIR, die nachweislich Verbindungen zum Terrorismus hat und notorisch unzuverlässige Angaben zu Geschehnissen rund um die Probleme von Muslimen in den USA verbreitet, schickt sich AFP an, den Amerikanern alles Übel nachzuweisen, was man ihnen anhängen mag. Eine weitere Quelle als CAIR wird noch bemüht, um zu zeigen dass Muslime in den USA nach den Anschlägen des 11. September von Diskriminierungen geplagt werden: Imam Sayed Hassan al-Qazwini vom Islamic Center of America, der auch in erster Linie dadurch auffällt, dass er jeden verhaftete Muslim grundsätzlich für ein Diskriminierungsopfer hält und ansonsten vor allem durch seine Verbindungen zu amerikanischen Neonazis und den in seiner Familie allgemein verbreiteten Antisemitismus glänzt.

Mit diesen Ikonen der wahrheitsliebenden Tatsachenbeschreibung macht sich AFP daran, die grauenhafte Lage der amerikanischen Muslime im bereits bestehenden Polizeistaat USA zu beschreiben. Die von seriösen Analysten als unzuverlässigen Statistiken lesen sich dann so:

CAIR hat über die letzten fünf Jahre eine ständige Zunahme der Beschwerden über Belästigung, Gewalt und diskriminierende Behandlung festgestellt. 2004 stieg die Zahl der Beschwerden um 49 % auf 1.522, von denen 141 Berichte über tatsächliche und potenziell gewalttätige Hass-Verbrechen waren. Es scheint so, dass die Zahlen 2005 und 2006 weiter steigen werden.

Wenn von 1.522 ganze 141 tatsächliche übrig bleiben, dann haben wir wohl schon so eine Art “Jenin-Syndrom”, wie wir es zum libanesischen Qana und kurz darauf noch einmal erlebten (man erinner sich: die Opferzahl in Qana wurde von fast bzw. über 60 auf 28 reduziert und die Heulsuse im libanesischen Premierministeramt musste in einem weitere Fall die Opferzahl von 48 auf 1 reduzieren). Die Anschläge auf Juden und ihre Einrichtungen liegen in den USA deutlich höher – und in Frankreich sind sie kaum zu toppen.

Doch dann kommt das Beste an der ganzen Soße: Die Ursache für die angebliche zunehmende Gewalt gegen Muslime ist Präsident Bush (klar, wer sonst – eine andere Ursache wäre AFP wohl keine Meldung wert!). Und begründet wird das wie folgt:

Besorgnis erregender ... ist das Handeln der Regierung Bush und der Gesetzeshüter.
“Ich sehe, dass die USA in den Zustand eines Polizeistaates abrutschen, wenigstens für uns Muslime“, sagte Al-Qazwini, als er einen Vorfall nach dem anderen erzählte, der die Mitglieder der großen muslimischen und arabischen Gemeinden von Dearborn betrafen [Dearborn ist der Ort in den USA, der durch das Verhalten seiner Einwohner und offiziellen Vertreter dazu geführt hat, dass eine ganze Reihe von Journalisten und Bloggern dazu übergegangen ist, in Anlehnung and die Londonistan-Verhältnisse in Großbritannien von „Dearbornistan“ zu reden bzw. schreiben].

Und dann wird genau eine Handlung der Regierung Bush zum Beleg angeführt:

Nachdem er in seinem Reden Zurückhaltung zeigte, seit 19 muslimische, mit Al-Qaida in Verbindung stehende Männer Flugzeuge in das World Trade Center und das Pentagon flogen, hat Präsident Bush seit kurzem eine weit aufheizendere Sprache benutzt, so „Islamofaschisten“.
Wenn die relgiösen und politischen Führer polarisierende Sprache benutzen, sind das die unglücklichen Nebeneffekte.

Da haben wir es: Dass Bush jetzt, im August 2006, die Terroristen – nicht die Muslime allgemein – als „Islamofaschisten“ bezeichnete, hat dazu geführt, dass schon seit September 2001 alle Muslime in den USA immer mehr leiden müssen! Wow, was sind die Amis doch für Drecksäcke: In der Erkenntnis, dass ihre böser Präsident fünf Jahre nach dem Massaker in Manhattan die Terroristen als Islamiofaschisten bezeichnen würde, haben sie schonmal sofort angefangen allen Muslimen die Hölle heiß zu machen! Wenn das kein vorauseilender Gehorsam ist!

Da kann es dann auch schnell passieren, dass man wegen des Kaufs von Mobiltelefonen völlig zu Unrecht im Gefängnis landet, lässt sich AFP von den Diskriminierungsexperten erklären: Osama Abdulhassan (20) und sein Freund Ali Houssaki ist genau das passiert.

Aber vielleicht hätten die beiden Herren und AFP auch hinzufügen sollen, dass die zwei Jungs nicht einfach nur zwei oder drei Handys kauften, sondern gleich hunderte, die sie in den Nahen Osten bringen wollten. Da darf man doch wohl schon ein wenig die Augenbraue heben, oder? Immerhin wurden da reichlich Bomben mit Handys gezündet.

Und weil es ja gegen die Amis geht, fehlt auch jeder Hinweis auf diese harmlose Äußerung es verhinderten Handy-Händlers über seinen Namensvetter Osama bin Laden:

Er kämpft für eine Sache, wie es die USA sind. Aber er tötet unschuldige Menschen und das lässt ihn als schlechten Menschen erscheinen.“

Hach, was niedlich! „Lässt ihn als schlechten Menschen erscheinen.“ Dann ist er in Wirklichkeit wohl ein guter!

Nachdem also Bush der Böse ist und mit seinem Tun im Jahr 2006 dafür sorgte, dass schon ab 2001 Muslimen in den USA das Leben von Staatsorganen und Privatpersonen unerträglich gemacht wird, sollten wir vielleicht doch noch zu aussagekräftigeren Daten kommen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit nehmen wir die Zahlen des FBI zu Hass-Verbrechen des Jahres 2004. Und da heißt es:

Opfer religiöser Intoleranz machten 16,7 % der Opfer von Vorfällen aus, die eine einzelne Voreingenommenheit involvierten. Von diesen waren 67,8 $ antijüdische Vorfälle und 12,7 % gegen Muslime gerichtet.

Der PowerLine-Blog hat dazu eine interessante und politisch inkorrekte (also diskriminierende!) Frage:
Es wäre interessant zu erfahren, wie viele der 67,8 % der religiös begründeten, gegen Juden gerichteten Hass-Verbrechen von Muslimen begangen wurden. Der Bericht des FBI sagt dazu nichts; ob AFP wohl daran interessiert ist dem nachzugehen?

Eine rhetorische Frage...

Nur damit wir uns richtig verstehen: Die AFP oder die französischen Medien stehen nicht alleine mit ihren irrwitzigen Beschuldigungen. Derselbe Sayed Hassan al-Qazwini wird auch in den t-online-Nachrichten angeführt, um den Kampf der Muslime gegen Diskriminierung aufzuzeigen.

5.9.06 20:30


Die tief gehenden Wurzeln des Antiamerikanismus

Die derzeitige Welle der Feindseligkeit wird abebben. Aber es geht um mehr als den Irak-Krieg.

Robert Kagan, The Washington Post, Montag, 19. Juni 2006, S. A21

Neulich nahm ich an einer Podiumsdiskussion in London über Bürgerkriege und „gescheiterte Staaten“ der Welt teil, die sich auf die interessante Arbeit des britischen Wirtschaftswissenschaftlers Paul Collier stützte. Zu den Podiums-Teilnehmern gehörten der Sohn eines berühmten afrikanischen Befreiers-Führers-heut Diktators, dem ehemaligen Führer einer südamerikanischen Guerilla-Gruppe, einem pakistanischen Journalisten, einem UNO-Beamten und dem Leiter einer humanitären Nichtregierungs-Organisation. Natürlich verwandelte sich die vernünftige und gelehrte Diskussion schnell in eine ausgedehnte, umfassende Brandmarkung der amerikanischen Außenpolitik.

Interessant war, dass der Irak-Krieg sich weitab des Hauptthemas befand. George W. Bush kam kaum vor. Die Diskutierenden konzentrierten sich statt dessen auf eine lange Liste von Klagen gegen die Vereinigten Staaten, die sich über sechs Jahrzehnte zurück erstreckten. Es gab viel Diskussion über das „koloniale Erbe“ und „Neokolonialismus“, besonders im Nahen/Mittleren Osten und Afrika. Und obwohl die fraglichen Kolonien von Europäern regiert wurden, bestanden die Teilnehmer darauf, dass diese koloniale Vergangenheit die Quelle der meisten der Ressentiments der Welt gegen die USA seien. Es gab viel Kritik an der amerikanischen Politik im Kalten Krieg wegen der Einsetzung bösartiger Regime, der Verursachung von Armut und Leiden in der ganzen Welt und der Blockierung nationaler Befreiungsbewegungen als Dienst an den Ölfirmen und multinationaler Konzerne. Als der Moderator die Verbreitung von Nuklearwaffen und den Iran aufbrachte, sprachen die Podiumssprecher über Hiroshima und Nagasaki.

Was die „gescheiterten Staaten“ und Bürgerkriege angeht, so stimmten mehrere auf dem Podium darin überein, dass diese immer und überall der Fehler der USA seien. Der Afrikaner bestand darauf, dass Bosnien und der Kosovo von den amerikanischen Militär-Interventionen zerstört wurden, nicht von Slobodan Milosevic; und dass Somalia wegen der amerikanischen Politik ein gescheiterter Staat ist. Der Pakistani insistierte, dass die USA für Afghanistans Abrutschen in die Anarchie während der 90-er Jahre verantwortlich war. Der ehemalige Guerilla-Führer bestand darauf, dass die meisten, wenn nicht alle Probleme der westlichen Hemisphäre das Produkt von mehr als einem Jahrhundert amerikanischen Imperialismus seien.

Einige dieser Vorwürfe hatten mehr sachlichen Gehalt als andere, aber selbst der Moderator verzweifelte angesichts der allgemeinen Ablehnung jeglicher Verantwortung der Völker und Führer der Länder, die von Bürgerkriegen geplagt sind. Doch die Podiums-Teilnehmer gaben nicht nach. Als jemand anführte, dass die Jungen, die in afrikanischen Stammes- und ethnischen Kriegen kämpfen, kaum gegen den amerikanischen „Imperialismus“ kämpfen, bestand der Sohn des afrikanischen Diktators darauf, dass sie das genau das tun. Als der Leiter der Nichtregierungs-Organisation beim Zähneknirschen über die amerikanischen Politik ein Pause einlegte und andeutete, dass die USA eventuell nicht für den Völkermord in Ruanda verantwortlich gemacht werden könnten, argumentierte der Sohn des afrikanischen Diktators, dass sie wohl verantwortlich seien, weil sie nicht eingegriffen hätten. Den USA müsste die Verantwortung für das Leiden zugewiesen werden, das sie verursachten und für das Leiden, das sie nicht minderten.

Die Diskussion war erhellend. Es besteht keine Frage, dass der Irak-Krieg in der ganzen Welt Feindseligkeit gegenüber den USA aufgestachelt hat. Und man kann viele legitime Kritik wegen der Kriegsführung an Amerika üben. Aber es ist von Wert festzuhalten, dass diese Wut über die USA auch tief gehende Wurzeln hat.

Der Irak-Krieg hat unzählige alter Ressentiments gegen die USA wieder entfacht, tausend verschiedene Beschwerden, jede davon einer Zeit und einem Ort zuzuordnen, weit entfernt vom derzeitigen Konflikt. Der hat ein sehr unterschiedliches Spektrum antiamerikanischer Ansichten in gemeinsamer Solidarität vereint – die marxistischen Afrikaner sind immer noch wütende wegen der amerikanischen Politik der 1960-er und 1970-er Jahre, die Pakistanis schäumen noch wegen Amerikas Unterstützung des Diktators General Mohammed Zia ul-Haq in den 1970-er und 1980-er Jahren, die französischen Theoretiker, die in den 90-ern gegen die amerikanische „Hyperpower“ zu wettern begannen, die südamerikanischen Ex-Guerillas, die immer noch ihren Jahrzehnte alten Kampf gegen den nordamerikanischen Imperialismus führen, die arabischen Aktivisten, die immer noch wegen 1948 wütend sind. Auf einer Konferenz im Nahen Osten vor ein paar Monaten hörte ich einen moderaten arabischen Gelehrten sich bitterlich darüber beklagen, wie die amerikanische Politik die arabischen Völker in den letzten Jahren den USA entfremdet habe. Ein ehemaliger Clinton-Beamter, der neben ihm saß, nickte energisch, hörte aber damit abrupt auf, als der arabische Gelehrte klar machte, dass er mit „letzte Jahre“ die Zeit seit 1967 meinte.

Der Irak-Krieg hat den Antiamerikanismus auch wieder respektabel gemacht, wie es während des Kalten Krieges war, aber seit dem Untergang der Sowjetunion nicht gewesen ist. Leute, denen vor zehn Jahren keine Bühne gegeben worden wäre um die Art von Argumenten auszuspucken, wie ich sie von diesem Podium hörte, werden heute in den westlichen und Welt-Medien wie Stars behandelt. Solche Leute gab es immer, aber niemand hörte ihnen zu. Heute dominieren sie den Äther und das hilft im Gegenzug eine zunehmend feindselige öffentliche Meinung in der Welt zu schaffen, wie sie in der Pew-Umfrage nachgewiesen wurde.

Zwei Lehren sind daraus zu ziehen. Eine ist, dass mit der Zeit die derzeitige Flut des Antiamerikanismus abebben wird, wie es in der Vergangenheit auch war. Eine smartere amerikanische Politik könnte natürlich helfen, so wie auch Erfolg an Orten wie dem Irak. Aber die andere Lehre ist sich der Illusion nachzugeben, dass Amerika bis zum Sommer 2003 geliebt wurde und wieder geliebt werden wird, wenn George W. Bush das Amt abgibt. Mancher scheint zu glauben, dass Amerika mit einer Rückkehr zur Politik von Harry Truman, Dean Acheson und John F. Kennedy in der Welt wieder beliebter werden wird. Ich mag deren Politik auch, aber wir sollten uns nichts vormachen. Sie lösten auch enorme Ablehnung bei Millionen Menschen in vielen Länder aus, Ressentiments, die jetzt wieder in den Vordergrund treten. Fakt ist: Weil Amerika die dominierende Macht in der Welt ist, wird es immer Kritik ernten und verantwortlich gemacht werden für das, was es tut und das, was es nicht tut.

Niemand sollte die derzeitige Feindseligkeit gegenüber den USA leicht abtun. Internationale Legitimität ist wichtig. Sie an sich ist wichtig und sie beeinflusst die Bereitschaft andere mit uns zu arbeiten. Aber wir sollten auch nicht von den unvermeidlichen Ressentiments lähmen lassen, die unsere Macht schafft. Wenn wir aus Angst, dass andere auf dieser Welt sich über uns ärgern, nicht handeln würden, dann würden wir überhaupt nichts mehr tun. Und darauf können Sie Gift nehmen: Auch das wird uns vorgeworfen werden.

9.7.06 22:26


Wie kommen wir demnächst in die USA?

ZDFtext, Seite 120, 18.00 Uhr:
Übermittlung von Fluggastdaten an US-Behörden ist illegal
Die Übermittlung europäischer Fluggastdaten an US-Behörden ist illegal. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxembug am Dienstag entschieden. Das oberste EU-Gericht erklärte ein entsprechenes Abkommen der EU mit den USA für nichtig. Es beruhe nicht auf einer geeigneten Rechtsgrundlage, hieß es zur Begründung.
Das gleiche gelte für die Entscheidung der EU-Kommission, die einen angemessenen Datenschutz in den USA feststellte. Das Europa-Parlament hatte gegen die beiden Beschlüsse vom Mai 2004 vor dem EuGH geklagt.

Heißt das jetzt, dass jeder, der in die USA reisen will, damit rechnen muss nicht ins Land gelassen zu werden, weil die Fluggesellschaften die verlangten Daten nicht mehr übermitteln? Oder werden wir nur noch mit lange vor der Reise beantragtem Visum in die Staaten fliegen können? Es wäre auch möglich, dass überlange Einreise-Prozeduren Reisen ab jetzt fast unerträglich machen, weil die Amis jeden Pass und seinen Besitzer intensivst prüfen werden. Was auch immer. Wir dürfen gespannt sein, wie die Amerikaner darauf reagieren werden, dass der EuGH der EU-Leitung die Leviten liest. Im Prinzip jedes Mal freue ich mich immer diebisch, wenn die nicht demokratisch legitimierte de facto EU-Regierung die Ohren lang gezogen bekommt; nur: warum immer wieder bei Sachen, die auf Kosten der einfachen EU-Bürger gehen und nicht auf Kosten des bürokratischen Wasserkopfs und der EU-Kommission?

30.5.06 18:47


Ein netter Ort

„Best of the Web“ des Wall Street Journal vom 6.3.2006 berichtet über Berichte von einem schönen Ort:

Guantanamo Bay: Der amerikanische Gulag! Eine furchtbare Folterkammer. Oder vielleicht nicht. Reuters – ja Reuters – hat einen Bericht aus Brüsse, der den antiamerikanischen Stereotypen widerspricht:

Insassen des Gefängnisses Guantanamo Bay werden besser behandelt als in belgischen Gefängnissen, sagte am Montag ein Experte für Europas größte Sicherheitsorganisation nach einem Besuch im kontroversen US-Gefangenenlagers.

Aber Alain Grignard, stellvertretender Leiter der Antiterror-Einheit der Brüsseler Bundespolizei, sagte, Menschen viele Jahre lang festzuhalten ohne ihnen zu sagen, was mit ihnen passieren würde, sei an sich schon „geistige Folter“...

Grignar sagte auf einer Pressekonferenz, dass die Rechte der Gefangenen ihre Religion auszuüben, ihr Essen, ihre Kleidung und ihre medizinische Versorgung seien besser als in belgischen Gefängnissen.

”Ich kenne kein belgisches Gefängnis, wo die Insassen ihre Muslimausrüstung bekommen”, sagte Grignar.

Grignard sagte, dass Guantanamo zwar nicht „idyllisch“ sei, er aber bei jedem seiner Besuche in der Einrichtung während der letzten zwei Jahre dramatische Verbesserungen vorgefunden habe.

Der Kopf der OSZE-Parlamentariern in der Delegation, sagte, sie sei glücklich mit den medizinischen Einrichtungen des Lagers und fügte hinzu sie glaube diese seien kürzlich verbessert worden.

Und was ist mit der Bemerkung über “geistige Folter”? Ein CNN-Bericht rückt das zurecht:

Gefangene aus Usbekistan, dem Jeman, Algerien und anderen Nationen sagten gegenüber Tribunalen, dass sie oder ihre Familien gefoltert oder getötet werden könnten, wenn man sie nach Hause schickt.

Einige Gefangen machen sich Sorgen über Repressalien durch Militante, die sie verdächtigen sie würden mit den US-Behörden in ihrem Krieg gegen den Terror zusammenarbeiten. Andere sagen, ihre eigenen Regierungen könnten gegen sie aus Gründen vorgehen, die nichts damit zu tun haben, warum sie überhaupt nach Guantanamo Bay gebracht wurden.

Ein Mann aus Syrien, der gemeinsam mit seinem Vater gefangen genommen wurde, bat das Tribunal eindringlich ihnen zu helfen politisches Asyl zu bekommen – in einem Land, das sie aufnehmen würde.

“Sie haben immer gesagt ‚Terroristen, Terroristen’. Wenn wir zurückkehren, dann gibt es so etwas wie Menschenrechte nicht, ob wir nun etwas getan haben oder nicht. Wir werden sofort getötet werden“, sagte er. „Sie wissen das sehr genau.“

Es mag sein, dass viele der Gefangenen in Gitmo Glück haben dort zu sein – und die selbst ernannten Gutmenschen, die versuchen sie da rauszubekommen, würden sie zu einem viel schlimmeren Schicksal verurteilen.

Es könnte also sein, dass einige Leute mächtig umdenken müssen, weil die Wirklichkeit nicht in ihre Schablonen von den bösen und brutalen Amerikanern passt.

8.3.06 22:57


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