HEPLEV - abseits vom Mainstream...


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Wenn man keine Zeitung liest, ist man uninformiert.
Wenn man Zeitung liest, ist man desinformiert.

Mark Twain

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Der Unterschied zwischen uns und Hisbollah ist, dass wir, wenn wir Unschuldige toeten, es als Fehler betrachten; wenn sie Unschuldige toeten, betrachten sie es als Erfolg.
Ehud Olmert, 2.8.2006 im Interview mit der TIMES

Israel versucht schliesslich nicht, fremde Regierungen zu stuerzen oder den Islam zu vernichten. Die islamische Welt versucht dagegen sehr wohl, den einzigen juedischen Staat der Welt auszuloeschen.
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Die Amis sind Schuld

Diesmal am Unglück iranischer Flugzeugpassagiere, die bei einem Landeunfall umkamen. Das muss jedenfalls aus den Nachrichten des WDR2 (18 Uhr) von heute gefolgert werden. Dort wurde nämlich beschrieben, dass an einer Tupolew Tu-154 bei der Landung zwei Reifen platzten, was das Flugzeug verunglücken ließ. Die Flotte der Iran Air sei hoffnungslos überaltert, weil die Fluggesellschaft seit der Revolution 1979 und der Geiselnahme der amerikanischen Botschaftsangehörigen keinerlei Flugzeuge oder Ersatzteile des Flugzeugherstellers Boeing mehr beziehen kann.

Hm – Ersatzteile für (russische/sowjetische) Tupolews muss man also bei Boeing beziehen? Seit wann hat Iran Air Tupolews? jp airline fleets international, eine Art „Bibel der Luftfahrt“ mit allen Flugzeugen aller Airlines der Welt, führt in der Ausgabe 2005/2006 keine Tupolew in der Flotte der Iran Air an. Es gibt lediglich zwei iranische Airlines, die diesen Typ betreiben: Kish Air (2) und Mahan Air (ebenfalls 2). Könnte man auch im Internet leicht nachschlagen – bei den Airlines selbst und – mit Einschränkungen – z. B. hier.

Dann weitere Fragen: Seit wann haben iranische Fluggesellschaften keine Airbusse und Fokker mehr? Kann eine Tupolew Tu-154 kann nicht ordnungsgemäß gewartet werden? Fragen, die dem WDR gestellt werden müssten und auf die er schlüssige Antworten geben müsste, die er nicht finden wird.

Vor allem aber: Was ist mit der Unfallursache, den geplatzten Reifen? Sind das auch alte Teile, die irgendwann mal in den USA gekauft wurden und nicht gewartet werden können?
Die Sache mit der Unfallursache geplatzte Reifen sollte den Medien, die solchen Unsinn verbreiten, schwer aufstoßen; denn geplatzte Reifen haben nichts damit zu tun, wo die Flugzeuge nicht gekauft werden können. So beispielsweise das ZDF. Es kann sich im Videotext (Tafel 138) den Hinweis nicht verkneifen: „Luftsicherheitsexperten zufolge haben sich im Iran wegen technischer Defekte zahlreiche Flugzeug-Unglücke in den vergangenen Jahren ereignet. Das Land kann wegen US-Wirtschaftssanktionen zudem keine neuen, im Westen hergestellten Flugzeuge kaufen.“

Also auch hier: Der amerikanische Boykott ist die Wurzel allen Übels. Wenn die Amis nicht wären, müssten im Iran keine Flugzeugpassagiere sterben, denn dann hätten die Iraner ordentliche Flugzeuge. Ob sie wohl beim „großen Satan“ kaufen würden? Warum, sie kauften und kaufen doch Europa und in Russland? (Und hier heißt es bei alten Flugzeugen doch immer, die wären praktisch neu, wenn sie aus dem D-Check kommen.) Warum bauen sie inzwischen in Lizenz neu entwickelte, hoch moderne russische Muster? Könnte es sein, dass der Zustand vieler iranischer Flugzeuge eher etwas damit zu tun hat, dass man Geld sparte? Könnte es sein, dass die Amerikaner mal nicht die Wurzel allen Übels sind? Dass es andere Gründe gibt als den US-Boykott, die den Zustand und die Unfälle erklären? Aber doch nicht beim WDR! Ein wenig rudimentäre Recherche kann da nur schaden, da käme das Feindbild durcheinander!

Kleiner Nebenkriegsschauplatz zu den sonstigen Angaben der Medien: Während n-tv in seinem Videotext (Tafel 127) darauf hinweist, dass „mindestens 30“ Todesopfer zu beklagen sind, während zuerst von 90 die Rede war und auch noch hinterher schiebt, dass es in der Vergangenheit immer wieder so war, dass die Opferzahlen „nach unten korrigiert“ wurden, stehen bei den öffentlich-rechtlichen weiterhin die hohen Zahlen in den „Informationen“, mit Ausnahme von „phoenix“, wo auf Tafel 118 schon von 29 Toten nach anfänglich viel höheren Angaben zu lesen ist.

1.9.06 18:57


Eine feige und falsche Begründung – Londonistan in Aktion

Im Normblog findet man zwei Reaktionen auf Zwangsehen nebeneinandergestellt. Die eine von einem britischen Polizisten, der findet, dass die britischen Gesetze ausreichen, um Zwangsehen zu bestrafen. Daher sei es nicht schlimm, dass ein Gesetz gegen Zwangsehen nicht beschlossen wurde.

Die Reaktion der Regierung in London ist echtes Londonistan: Sie ließ die Pläne für dieses Gesetz im Juni fallen, nachdem das Muslim Council of Britain warnte, es könne „eine weitere Art sein unsere Gemeinschaften zu stigmatisieren“, obwohl sie [die Zwangsehe] keine vom Islam oder irgendeiner anderen Religion befürwortete Praxis sei.

Wenn es einen schlechten bis unsinnigen Grund gibt, dann diesen! Wie kommt es z. B., dass etwas, das der Islam ohnehin ablehnt, islamische Gemeinschaften stigmatisiert, wenn es ausdrücklich verboten wird? Wenn die Vertreter der muslimischen Gemeinschaften das Verbot von Zwangsehen, wenn es von ihrem Glauben doch befürwortet wird, lauthals begrüßen würden, wäre das nicht ein Zeichen, dass die Stigmatisierung verhindert würde? Oder sollten wir – in logischer Schlussfolgerung – nicht lieber annehmen, dass diese Herrschaften befürchten, eine von ihren Glaubensbrüdern heftigst geübte Praxis könne als illegal gebrandmarkt werden und somit viele ihrer Schäfchen übelst treffen, weil sich auf einmal Frauen melden könnten, die in einer Zwangsehe leben? Könnte es sein, dass die befürchtete Stigmatisierung eine Grundlage hat?

Für die Londoner Regierung ist das ein weiteres Beispiel für ein Einknicken vor muslimischen Forderungen auf fragwürdiger Grundlage. Anscheinend wird inzwischen innenpolitisch alles, was die Regierung tut oder beschließt, vor allem unter dem Aspekt betrachtet und diskutiert, ob es eine muslimische Empfindlichkeit gibt, die da getroffen werden könnte. Und wenn die muslimischen Verbände etwas nicht wollen, dann gibt es nur die Möglichkeit, das politisch korrekt unter den Teppich zu kehren oder lauthals in der Versenkung verschwinden zu lassen, damit nur keine potenziellen Terroristen gereizt werden.

Die Folge beschrieb ein Kommandeur der Metropolitan Police im Juli schon so: Die Entscheidung Zwangsehen nicht zu einer Straftat zu erklären, wurde von einigen Gruppen schon so gedeutet, dass „sie in Ordnung sein müssen“. Und ich bin mir ziemlich sicher, welchem Glauben die Mitglieder dieser Gruppen anhängen. Willkommen in Londonistan!

1.9.06 18:58


Wo ist die Leidenschaft?

Heute bringen die Nachrichten die Meldung, dass zumindest einer der „Zug-Kofferbomber“ angibt von der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in deutschen Zeitungen zu dem versuchten Anschlag motiviert worden zu sein. Das hat ihn erbost.

Was mal wieder eine Frage aufwirft. Weniger über den Beinahe-Massenmörder, als über die muslimischen Gemeinschaften im Westen. Die waren auch alle mächtig erbost. Nach dem Bekanntwerden des fehlgeschlagenen Anschlags waren alle – Muslimverbände, Linke, Friedensbewegte etc. – vor allem besorgt, dass jetzt nicht wieder Muslime unter Generalverdacht gestellt würden. Bei den Muslimverbänden fällt das besonders auf, denn es ist ein stetes Muster, das jedes Mal zu erleben ist, wenn ein oder mehrere Anhänger des Islam ein Verbrechen begehen. elderofzion hatte dazu am 30. August folgende bemerkenswerte Gedanken in seinen Blog gesetzt, die ich leicht angepasst hier wiedergebe:

Ich habe erlebt, dass Menschen argumentieren, der Islam sei nicht an sich böse; und ich habe gehört, dass wir nicht eine ganze Gruppe für ihre Fanatiker zur Rechenschaft ziehen sollten und dass der Islam eine Religion des Friedens ist. Ich habe Meinungen und Artikel aus der ganzen Meinungsskala von den Pro-Jihadisten bis zu den Rechtsextemen gelesen. Als reine Religion (im Gegensatz zu einer politischen Ideologie) bewundere ich den Islam in vieler Hinsicht. Ich versuche sehr stark das Motto „im Zweifel für den Angeklagten“ anzuwenden, selbst wenn ich von Umfragen lese, in denen ein Großteil der ganz normalen Muslime den Terror dulden.

Aber seit dem 11. September hat mir etwas Sorgen bereitet, dass jetzt Formen bekommen hat.

Wir haben bisher keine tief sitzende Wut der muslimischen Welt gegen den Terror zu sehen bekommen.

Wir haben in den letzten fünf Jahren viele Beispiele islamischer Leidenschaft erlebt. Wir haben tödliche Krawalle und friedliche Demonstrationen wegen Karikaturen gesehen, die sie als gotteslästerlich empfinden. Muslime strömen wegen jeder vermeintlichen Kränkung ihres Glaubens auf die Straße.

Ihr Glaube selbst inspiriert Leidenschaft und im Allgemeinen ist das etwas Bewundernswertes. Ich wünschte, dass Juden zur Verteidigung ihres Volkes und ihrer Religion leidenschaftlicher würden.

Wenn aber der Islam wirklich so ist, wie er sich der westlichen Welt darstellt, wie kommt es, dass als Reaktion auf solche Taten jetzt keine spontanen Demonstrationen stattfinden ? Wenn der Islam eine friedliche Religion ist, dann sollten die Muslime wegen des versuchten Massenmordes im Namen ihres Gottes weitaus mehr beleidigt sein als die Menschen des Westens.

Warum ist eine Karikatur, die Mohammed mit Terroristen vergleicht, stärker abzulehnen als Terroristen, die sich auf Mohammed und Allah berufen, um Massenmord zu rechtfertigen?

Wenn man annimmt, dass die friedliche Definition des Islam richtig ist, dann ist es nach jedem vernünftigen Maßstab weit beleidigender, wie die Terroristen mit dem Islam umgehen, als es jeder Nichtmuslim tun könnte. Sie zitieren den Koran, um zu rechtfertigen, was nur eine krasse Perversion des Glaubens genannt werden kann. Wie kann ein Volk, das so sehr eingestimmt auf jede Kränkung reagiert, auf einmal so taub sein?

Seit dem 11. September war jede Verurteilung des Terrors seitens der muslimischen Welt, die ich gesehen habe, frei von Leidenschaft. Die Worte mögen da gewesen sein, aber das Gefühl echter Empörung über die Besetzung ihres Glaubens war nicht vorhanden.

Es passt einfach nicht, dass derart emotionale Menschen in der Verteidigung ihres Glaubens gegen Blasphemie so rational werden können, wenn sie die verurteilen, die angeblich denselben Glauben missbrauchen, um Mord zu rechtfertigen. Wo ist die emotionale Verurteilung des Terrors?

Ich kann mir zwei mögliche Gründe vorstellen:

  • Muslime sind derart paranoid und sehen sich selbst als derart umkämpft, dass sie die Reihen um die ihren gegen die Welt da draußen schließen, egal, wie widerwärtig die Terroristen sind.
  • Der islamische Glaube an sich ist nicht wirklich so friedlich, wie er zu sein vorgibt. (In diesem Fall meine ich die Wirklichkeit des heutigen Islam, nicht die theoretisch-akademische Version; ich bin nicht qualifiziert genug am Islam rein als Religion Kritik zu üben.
Ich zögere Letzteres zu glauben, aber beide Optionen bedeuten nichts Gutes für eine echte Lösung des islamischen Terrors. Daniel Pipes sagt gerne: „Der radikale Islam ist das Problem; der moderate Islam ist die Lösung“. Ich würde das gerne glauben, aber wenn der moderate Islam tatsächlich existiert – und wenn es wirklich der Islam ist – müssten seine Anhänger wenigstens die gleiche Leidenschaft für das Leben zeigen, wie die Islamisten regelmäßig für den Tod.

Das Fehlen der tief sitzenden Abscheu gegenüber dem Terror im Namen des Islam, das Versagen der „muslimischen Straße“, sich gegen die zu stellen, die angeblich ihren Glauben pervertiert, bedeutet, dass es diese Moderaten auf keinerlei bedeutsame Art gibt.

Ich bin gespannt auf weitere Reaktionen auf die Zug-Kofferbomber. Sie sollen Bedenken bekommen haben die Anschläge während der Fußball-WM durchzuführen, wie es erst geplant war. Sollte das jetzt zum Anlass genommen werden, ihnen auch noch (ohne heftigen Widerspruch aus muslimischen Kreisen) Menschlichkeit oder Skrupel zu attestieren, dann würde das Bild moderater Muslime noch mehr Schaden nehmen. Wäre es menschlicher oder weniger verabscheuungswürdig nur in Deutschland lebende Menschen massenzumorden als Deutsche und reichlich Besucher aus aller Welt? Alleine das Aufkommen der Vermutung solcher Reaktionen zeigt, welches Bild durch das widersprüchliche Verhalten der Muslimverbände entstanden ist. Sie wirken unecht, bewirken das Gegenteil dessen, was gut für sie wäre. Es wäre an der Zeit, dass echte Entrüstung über tatsächliche Verbrechen zu sehen ist, statt diese unter den Teppich zu kehren, über nicht wirklich vorhandenes Verhalten der Westler zu jammern und Privilegien einzufordern.

Nachtrag vom 4.9.06: Ein interessanter Gedanke zur Frage, wie sich moderate Muslime zum terroristischen Islam und zur Islamismusfrage stellen, findet sich auch im Transatlantic-Forum.

2.9.06 12:17


Er versucht mal wieder den Arafat

Die Schuhe seines Vorgängers sind dem Palästinenser-„Präsidenten“ Mahmud Abbas immer noch zu groß. Also versucht er es offenbar mit Lächerlichkeiten, so Ende August. Die Jerusalem Post zitiert ihn folgendermaßen:

Abbas beschrieb die Raketen, die nach Israel abgefeuert werden, als „Rohre“, die Israel einen Vorwand liefern um Militäroperationen im Gazastreifen auszuführen. „Unser Volk verdient diese Tragödien nicht“, sagte er. „Wenn diese Rohre einen Vorwand liefern, dann ist es an der Zeit sie nicht weiter zu gebrauchen.“

Da haben wir sie – die Art und Weise zu reden, die einen Dinge klein zu reden und die falschen Gründe für Verhaltensänderungen zu verkünden, wie es Arafat tat. „Rohre“ – so was harmloses! Das erinnert an Arafats Beschreibung der Qassams, weniger plump als Abbas: „Die knallen doch nur.“ Auch harmlos. Aber eleganter. Was knallt, das schadet noch weniger als ein „Rohr“.

Und die Gründe zum Einstellen des Qassam-Beschusses? Da ist er dann genauso moralisch daneben wie Arafat: Den Israelis keine Vorwände für Militäraktionen liefern. Klasse. An sich ist es völlig in Ordnung Juden zu morden, aber bitte so, dass sie nicht das Gefühl bekommen sich wehren zu müssen!

Diese verlogene Haltung scheint der einzige Bereich zu sein, wo er Arafat wenigstens einigermaßen das Wasser reichen kann. Trauriges Bild, das er da abliefert.

Nachtrag: Wer wissen will, was das für „Rohre“ sind, die der Herr Abbas da so abfällig erwähnte, kann sich beim Blog von Arnold und Frimet Roth ein paar Bilder ansehen: Pipe-dreams and Pipe-nightmares

2.9.06 23:34


Von der Geschichte eingeholt – fast

Mit der „Vergangenheitsbewältigung“ ist das so eine Sache. Wir Deutschen haben da ziemlich Erfahrungen gesammelt – gute wie schlechte – und positives wie negatives Verhalten an den Tag gelegt. Mit 60 Jahren Abstand fangen auch unsere Nachbarn so langsam an, das Verhalten ihrer Vorfahren zu hinterfragen. Und es könnte sein, dass die Alliierten beginnen einige Teile ihres Handelns kritischer zu sehen als das bisher der Fall war.

Jetzt ist es für Deutsche angesichts der Vergangenheit wohl etwas problematisch sich zu den negativen Dingen zu äußern, die während des Zweiten Weltkriegs in anderen Staaten seitens deren Bevölkerungen und Regierungen statt fanden. Zu schnell ist man dem Verdacht ausgesetzt, das zu tun, um die Schuld des eigenen Volks bzw. Staates zu relativieren, sie weniger schlimm da stehen zu lassen. Zu schnell kann es auch passieren, dass man selbst der Verführung verfällt, in diese Richtung zu denken.

Die Frage ist aber, wie sich die Opfer der Deutschen des Zweiten Weltkriegs mit den Aspekten der Kriegszeit auseinandersetzen, die für sie unangenehm sind. Werden sie sich dem stellen, womit sie sich auseinandersetzen müssten oder werden sie versuchen sich dem zu entziehen. Das geht uns als Deutsche eigentlich weniger an. Interessant ist es trotzdem. Denn es wirft ein Licht auf die heutigen Gesellschaften dieser Länder und ihrem moralischen Umgang mit sich selbst.

Paul Belien vom Brussels Journal nimmt diesbezüglich seine Heimat besonders scharf in den Blick. Und stellt dabei fest, dass es dort anscheinend wenig Willen gibt, sich der Vergangenheit zu stellen. Dort sind ganze Archive an Akten „verschwunden“, die die 1930-er und 1940-er Jahre und insbesondere die Verfolgung und Deportation von Juden betreffen. Sie wurden systematisch vernichtet, einige erst in den 90-er Jahren und sogar dem beginnenden 21. Jahrhundert. Ein entsprechender Senatsbericht liegt seit dem 4. Mai vor. Die belgischen Medien hat diese Affäre bisher nicht gemeldet. Das beschränkt sich weit gehend auf Brüssel und die Wallonie, während im flämischen Belgien Archivare für den Erhalt der Akten sorgen.

Wer mehr wissen will, kann in dem verlinkten Artikel mehr lesen: Belgian Authorities Destroy Holocaust Records

3.9.06 00:45


Nicht nur Islamisten sind leicht beleidigt

Nein, ihre besten Freunde, die Atombombler aus Pyöngyang sind mindestens genauso empfindlich, wie PowerLine berichtet:

Nordkorea nimmt’s persönlich

Wie Sie inzwischen vielleicht wissen, fing eine amerikanische Antirakten-Rakete gestern (1. September 2006) erfolgreich ein anfliegendes Ziel ab, das von Alaska aus abgefeuert wurde. Das war ein großer Schritt vorwärts hin zu einem voll funktionsfähigen Raketenabwehrsystem. Der Test sollte den Endanflug einer von Nordkorea aus abgefeuerten Rakete simulieren. Die Nordkoraner waren unverzüglich beleidigt:

Am Samstag bezeichnete Nordkorea einen Raketenabwehr-Test der USA als Bedrohung und erklärte, es wolle als Antwort seine Verteidigungsmaßnahmen verstärken.

Nordkoreas „Rat für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes“ veröffentlichte eine Erklärung, die besagte, dass der US-Text, der am Freitag über dem Pazifischen Ozean durchgeführt wurde, „darauf zielte uns anzugreifen und unsere Raketen abzufangen.“ So der Bericht der BBC am Samstag.

Ist doch wirklich unverschämt: Eine koreanische ballistische Rakete vom Himmel zu holen, die auf die USA abgeschossen wurde, ist eine Aggression sondergleichen. Bitte sofort die UNO einschalten! Das geht nicht, es reicht, dass die Juden sich verteidigen. Wenn jetzt auch noch die Amerikaner anfangen effektive Verteidigungsmittel einzusetzen, ist das mehr, als die Welt vertragen kann!

3.9.06 23:06


Wir sind neutral!

Das ist die feste Haltung Europas im Konflikt des Nahen Ostens. Und das machen sie immer wieder deutlich. Es fing 1967 mit dem französischen Boykott Israels an, der dafür sorgte, dass Israel nach der ägyptischen Kriegserklärung durch die Sperrung der Straße von Tiran keine französischen Waffenlieferungen bekam. Die Neutralität machte sich damit vor allem dadurch bemerkbar, dass der Bedrohte sich nicht so gut verteidigen können sollte, wie die (von der UdSSR hoch gerüsteten) Angreifer angreifen.

Das ging dann wieder so, als Israel 1973 überfallen wurde und es Streitigkeiten mit den Amerikanern gab, weil die Waffen nach Israel lieferten und dabei Tankstopps auf amerikanischen Basen in Europa einlegten.

So lässt sich das Ganze fortschreiben. Zu den jüngsten Beispielen gehören die britischen Proteste gegen die US-Militärflugzeuge „mit gefährlicher Ladung“, die im schottischen Prestwick auftankten und sich auf dem Weg in den Nahen Osten befanden. Und jetzt wird wieder gnadenlos neutralisiert: Israelische Flugzeuge, die in den USA Ladung aufnehmen, die militärisch genutzt werden könnte, bekommen in Europa keine Landegenehmigung für Tankstopps.

Diese Staaten sind ausgerechnet solche, die als Israelfreunde gelten, darunter Großbritannien (seit wann sind die israelfreundlich????), Deutschland und Italien (na ja, spätestens seit der Machtübernahme Prodis genau das Gegenteil von Freund).

Nett, nicht? Wie kommt es, dass die „Neutralität“ der europäischen „Freunde“ Israels immer so aussieht, dass die Feinde Israels daraus Vorteile ziehen können? Wie kommt es, dass die europäischen „Freunde“ Israels dieses erst zu einem unvorteilhaften Waffenstillstand überreden können und es hinterher komplett im Stich lassen (indem sämtliche Versprechen und Ansagen von vor dem Waffenstillstand NICHT eingehalten, sondern eher ins Gegenteil verkehrt werden) und trotzdem noch ihre Neutralität ins Feld führen, um solche Haltungen zu rechtfertigen?

Für Europa heißt „Neutralität“ offensichtlich: Wir halten uns völlig raus, damit keiner sagen kann, wir hätten Partei ergriffen. Sollten die Araber sich beschweren, dann geben wir ihnen nach. Sollten die Juden sich beschweren, dann betonen wir unsere Neutralität noch stärker und werfen ihnen vor, sie sollten sich nicht so kriegslüstern verhalten. Für Europa heißt „Neutralität“ durch Zuschauen von der Seitenlinie Partei zu ergreifen, ohne das zuzugeben. Gegen Israel. Zur Behinderung Israels. Sich so zu verhalten, dass Israel noch mehr zahlen muss. So wie bei den Frachtern, die jetzt aus den USA kommen – die müssen mit stark verringerter Ladung fliegen, damit sie die Reichweite für den Flug bis Israel haben. Also müssen sie öfter fliegen. Das kostet mehr Sprit, mehr Zeit, mehr Lohn für das fliegende Personal, mehr Geld für die Flugzeuge.

Aber es kostet auch mehr Abgase. Wie verträgt sich das mit der umweltbesorgten Haltung der Europäer? Können sie das wirklich verantworten? Sie wissen, dass die Israelis dann eben mehr fliegen und sich holen, was sie bekommen. Das müsste doch gegen die Prinzipien der Umwelt-Europäer gehen. Wo sind die Proteste der Umweltschützer, dass die Europäer die verstärkte Luftverschmutzung in Kauf nehmen für etwas, was sie ohnehin nicht verhindern können? Ach ja, das geht gegen höhere Prinzipien, den „Frieden“. Wenn die (jüdischen) Waffen schweigen, kann Europa sich das an die Brust heften. Wenn die Terroristen wieder aufrüsten und erneut zu schießen anfangen, dann ist das nicht Europas Schuld. Europa ist nur dafür da zum Frieden aufzurufen, wenn die Israelis in die Offensive gehen – so wie 1967, 1973, 1982 und so weiter, zuletzt in diesem Jahr. Vorher steht man neutral daneben, weil ja nur ein paar Juden betroffen sind. Sobald die Juden sich wehren, steht mehr auf dem Spiel. Dann gibt es richtig Tote. Das heißt, es gibt die falschen Toten. Die, die man auf keinen Fall sehen will. Von Juden getötete Araber, die darf es nicht geben. Das sind Zivilisten. (Wenn Araber Araber ermorden, ist das keine sonderliche Meldung wert – außer, die Amerikaner kann man für die marode Sicherheitslage verantwortlich machen.) Von Arabern getötete Juden sind hinzunehmende Opfer einer Besatzungsmacht, auch wenn die Besatzung längst nicht mehr besteht, wie im Fall der Hisbollah. (Von den Ursachen für die Besatzung wollen wir lieber gar nicht erst anfangen.) Das oberste Prinzip ist das des Schweigens der Waffen – vor allem der israelischen. Basta. Dafür lässt man andere Prinzipien gerne fallen. Auch das des Geldverdienens, egal mit wem (den Iran muss man ja damit ködern, dass man sich an ihm dumm und dusselig verdient; andere Tyrannen und Terrorstaaten auch, so sorgt man dafür, dass sie sich bessern.)

Hauptsache, man kann behaupten für den Frieden zu sein und ihn über alles zu setzen. Egal, wie der Frieden aussieht. Egal, wie kurz er sein wird. In der nächsten Runde wird’s alles wilder, aber Europa wird wieder für Frieden sorgen. Den Frieden, der die Gefahr für Israel weiter verstärkt; nicht den Frieden, der in der Beseitigung der Gefahr mündet. Schließlich sind wir neutral. Und die Israelis gewinnen zu lassen, das wäre alles ander als neutral. Das wäre Partei ergreifen. Die Terrororganisationen dürfen nicht vernichtet werden, denn dann gäbe es einen Sieger. Und auch noch den falschen. Das kann Europa nicht zulassen. Und deshalb muss Israel eben mehr dafür zahlen, die Waffen zu bekommen, die es braucht um sich zu wehren. Indem die Europäer sich weigern ihm Kerosin zu verkaufen und von ihm Landegebühren zu kassieren. Wir sind ja so neutral!

Weitere Einschätzungen zu den Verboten:
- Lizas Welt
- Gegenstimme

4.9.06 21:06


Das Reden von heute hatte gestern schon Folgen

Agence France Presse ist DIE französische Presseagentur schlechthin. Sie hat uns schon viel „Freude“ bereitet, wie die französischen Medien überhaupt – es sei an die schöne Kampagne zum Tod von Mohammed a-Dura erinnert, der Dank France 2 heute Zeuge der Anklage gegen Israel ist und wehe man widerspricht!

Jetzt hat AFP wieder zugeschlagen. Bewaffnet mit Material der US-Islamistenorganisation CAIR, die nachweislich Verbindungen zum Terrorismus hat und notorisch unzuverlässige Angaben zu Geschehnissen rund um die Probleme von Muslimen in den USA verbreitet, schickt sich AFP an, den Amerikanern alles Übel nachzuweisen, was man ihnen anhängen mag. Eine weitere Quelle als CAIR wird noch bemüht, um zu zeigen dass Muslime in den USA nach den Anschlägen des 11. September von Diskriminierungen geplagt werden: Imam Sayed Hassan al-Qazwini vom Islamic Center of America, der auch in erster Linie dadurch auffällt, dass er jeden verhaftete Muslim grundsätzlich für ein Diskriminierungsopfer hält und ansonsten vor allem durch seine Verbindungen zu amerikanischen Neonazis und den in seiner Familie allgemein verbreiteten Antisemitismus glänzt.

Mit diesen Ikonen der wahrheitsliebenden Tatsachenbeschreibung macht sich AFP daran, die grauenhafte Lage der amerikanischen Muslime im bereits bestehenden Polizeistaat USA zu beschreiben. Die von seriösen Analysten als unzuverlässigen Statistiken lesen sich dann so:

CAIR hat über die letzten fünf Jahre eine ständige Zunahme der Beschwerden über Belästigung, Gewalt und diskriminierende Behandlung festgestellt. 2004 stieg die Zahl der Beschwerden um 49 % auf 1.522, von denen 141 Berichte über tatsächliche und potenziell gewalttätige Hass-Verbrechen waren. Es scheint so, dass die Zahlen 2005 und 2006 weiter steigen werden.

Wenn von 1.522 ganze 141 tatsächliche übrig bleiben, dann haben wir wohl schon so eine Art “Jenin-Syndrom”, wie wir es zum libanesischen Qana und kurz darauf noch einmal erlebten (man erinner sich: die Opferzahl in Qana wurde von fast bzw. über 60 auf 28 reduziert und die Heulsuse im libanesischen Premierministeramt musste in einem weitere Fall die Opferzahl von 48 auf 1 reduzieren). Die Anschläge auf Juden und ihre Einrichtungen liegen in den USA deutlich höher – und in Frankreich sind sie kaum zu toppen.

Doch dann kommt das Beste an der ganzen Soße: Die Ursache für die angebliche zunehmende Gewalt gegen Muslime ist Präsident Bush (klar, wer sonst – eine andere Ursache wäre AFP wohl keine Meldung wert!). Und begründet wird das wie folgt:

Besorgnis erregender ... ist das Handeln der Regierung Bush und der Gesetzeshüter.
“Ich sehe, dass die USA in den Zustand eines Polizeistaates abrutschen, wenigstens für uns Muslime“, sagte Al-Qazwini, als er einen Vorfall nach dem anderen erzählte, der die Mitglieder der großen muslimischen und arabischen Gemeinden von Dearborn betrafen [Dearborn ist der Ort in den USA, der durch das Verhalten seiner Einwohner und offiziellen Vertreter dazu geführt hat, dass eine ganze Reihe von Journalisten und Bloggern dazu übergegangen ist, in Anlehnung and die Londonistan-Verhältnisse in Großbritannien von „Dearbornistan“ zu reden bzw. schreiben].

Und dann wird genau eine Handlung der Regierung Bush zum Beleg angeführt:

Nachdem er in seinem Reden Zurückhaltung zeigte, seit 19 muslimische, mit Al-Qaida in Verbindung stehende Männer Flugzeuge in das World Trade Center und das Pentagon flogen, hat Präsident Bush seit kurzem eine weit aufheizendere Sprache benutzt, so „Islamofaschisten“.
Wenn die relgiösen und politischen Führer polarisierende Sprache benutzen, sind das die unglücklichen Nebeneffekte.

Da haben wir es: Dass Bush jetzt, im August 2006, die Terroristen – nicht die Muslime allgemein – als „Islamofaschisten“ bezeichnete, hat dazu geführt, dass schon seit September 2001 alle Muslime in den USA immer mehr leiden müssen! Wow, was sind die Amis doch für Drecksäcke: In der Erkenntnis, dass ihre böser Präsident fünf Jahre nach dem Massaker in Manhattan die Terroristen als Islamiofaschisten bezeichnen würde, haben sie schonmal sofort angefangen allen Muslimen die Hölle heiß zu machen! Wenn das kein vorauseilender Gehorsam ist!

Da kann es dann auch schnell passieren, dass man wegen des Kaufs von Mobiltelefonen völlig zu Unrecht im Gefängnis landet, lässt sich AFP von den Diskriminierungsexperten erklären: Osama Abdulhassan (20) und sein Freund Ali Houssaki ist genau das passiert.

Aber vielleicht hätten die beiden Herren und AFP auch hinzufügen sollen, dass die zwei Jungs nicht einfach nur zwei oder drei Handys kauften, sondern gleich hunderte, die sie in den Nahen Osten bringen wollten. Da darf man doch wohl schon ein wenig die Augenbraue heben, oder? Immerhin wurden da reichlich Bomben mit Handys gezündet.

Und weil es ja gegen die Amis geht, fehlt auch jeder Hinweis auf diese harmlose Äußerung es verhinderten Handy-Händlers über seinen Namensvetter Osama bin Laden:

Er kämpft für eine Sache, wie es die USA sind. Aber er tötet unschuldige Menschen und das lässt ihn als schlechten Menschen erscheinen.“

Hach, was niedlich! „Lässt ihn als schlechten Menschen erscheinen.“ Dann ist er in Wirklichkeit wohl ein guter!

Nachdem also Bush der Böse ist und mit seinem Tun im Jahr 2006 dafür sorgte, dass schon ab 2001 Muslimen in den USA das Leben von Staatsorganen und Privatpersonen unerträglich gemacht wird, sollten wir vielleicht doch noch zu aussagekräftigeren Daten kommen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit nehmen wir die Zahlen des FBI zu Hass-Verbrechen des Jahres 2004. Und da heißt es:

Opfer religiöser Intoleranz machten 16,7 % der Opfer von Vorfällen aus, die eine einzelne Voreingenommenheit involvierten. Von diesen waren 67,8 $ antijüdische Vorfälle und 12,7 % gegen Muslime gerichtet.

Der PowerLine-Blog hat dazu eine interessante und politisch inkorrekte (also diskriminierende!) Frage:
Es wäre interessant zu erfahren, wie viele der 67,8 % der religiös begründeten, gegen Juden gerichteten Hass-Verbrechen von Muslimen begangen wurden. Der Bericht des FBI sagt dazu nichts; ob AFP wohl daran interessiert ist dem nachzugehen?

Eine rhetorische Frage...

Nur damit wir uns richtig verstehen: Die AFP oder die französischen Medien stehen nicht alleine mit ihren irrwitzigen Beschuldigungen. Derselbe Sayed Hassan al-Qazwini wird auch in den t-online-Nachrichten angeführt, um den Kampf der Muslime gegen Diskriminierung aufzuzeigen.

5.9.06 20:30


Jetzt verstehe ich!

Gestern Abend (5. September) fand eine Podiumsdiskussion in der Reihe „Jüdische Gespräche“ bei der Zionistischen Organisation Frankfurt statt, zu der auch WDR-Intendant Fritz Pleitgen eingeladen war. (Zu seinem Auftritt sowie den ganzen Abend s. Der Fuchsbau.)

Bei dieser Gelegenheit verkündete Pleitgen, wie ausgewogen der WDR ist. Von Berichterstattung zu Ungunsten Israels im diesjährigen Libanonkrieg könne nicht die Rede sein, man habe sogar bei einer internen Auswertung festgestellt, dass es mehr Interviews mit Korrespondenten in Israel gegeben habe, als mit denen in arabischen Staaten.

So ist das! Darauf wäre ich in meiner Einfalt nie gekommen! Es kommt nicht darauf an, wie der Korrespondent denkt und berichtet, es kommt darauf an, von wo er das tut! Steht er mit beiden Füßen auf dem Boden, den die Israelis als ihr Staatsgebiet deklarieren, dann wiegt das den auf, der zwischen Beirut und Litani oder gar südlich davon das Mikrofon schwingt.

Damit ist klar, warum der WDR (und andere deutsche Mediengroßmächte) immer so gerne die Mosche Zimmermanns und Uri Avnerys als Kronzeugen aufrufen und damit automatisch ausgewogen berichten. Und wenn man dann keine Likud-Leute oder israelische Botschafter die Gegenmeinung zu den Abdallah Frangis und Konsorten von der palästinensischen Generalvertretung oder den Propagandisten der Hisbollah erklären lässt, ist das völlig nebensächlich. Man hat ja Stimmen aus Israel gesendet und ist damit ausgewogen.

Halten wir fest: Es ist völlig unerheblich, wer welche Meinung sagt; wichtig ist nur, dass man am richtigen Ort steht oder lebt. Damit werden Straßenstrich-Nutten zu allgemeinen Repräsentanten aller arbeitenden Frauen; oder Oskar „das Herz schlägt links (draußen)“ Lafontaine zum Hauptsprecher des deutschen Parlaments; oder der Al Qaida-Terrorist zum Vertreter der islamischen Welt – ach nein, das geht nicht, der Islam ist ja nicht so. Aber sonst geht das überall. Oder etwas doch nicht und man kann das nur mit Israel machen? Ach nee, mit den USA auch noch, wo die Dixie Chicks oder Cindy Shehan für das ganze Volk stehen und Bush dessen Feind ist. Womit mal wieder gezeigt sein könnte, das der WDR ein ganz besonderes Glanzstück ist, das nun wirklich nicht Verantwortung tragen darf, wenn Israel in der öffentlichen Meinung schlecht weg kommt. Man hat ja genug Leute da unten. Das macht alles ausgewogen. Womöglich muss der WDR sich in Acht nehmen, dass er nicht zu pro-israelisch wird.

6.9.06 21:05


Der Bock als Gärtner – was sonst?

Wenn man die Meldung über den neuen UNO-Gesandten liest, der zwischen Israel und der Hisbollah vermitteln soll, dann kann man eigentlich nur den Kopf schütteln: Kofi Annan ernannte den ehemaligen algerischen Außenminister Lakhdar Brahimi.

Ist doch gut, wenn ein Nordafrikaner das macht, ein Muslim, einer aus der Arabischen Liga. Dummerweise hat der Mann schon sehr deutlich gemacht, wes Geistes Kind er ist. „Israel ist das Gift der Region“ war eine seiner wichtigeren Äußerungen. Das ist also der Mann, der die Lage retten soll. Ich bezweifle, dass er von Israel abgelehnt werden wird - leider. Denn wie neutral und ehrlich vermittelnd kann einer sein, der die eine Seite per se als die ansieht, die weg muss?

Das ist die eine Sache. Die andere ist eine, über die unsere Medien nichts sagen: die des Generalsekretärs mit der sensiblen Personalpolitik, der so tolle Leute in so herausgehobene Posten hebt. Der einen Todfeind des einen Teils der Konfliktparteien zum „neutralen“ Vermittler macht. Was geht in dem Kopf dieses Mannes vor, der solche Entscheidungen trifft?

Mit solchen Entscheidungen und dem, was er in der letzten Woche an Äußerungen von sich gegeben hat, insbesondere in Israel, zeigt er seine Verachtung für den terrorisierten Staat und seine terrorisierte Bevölkerung. Kofi Annan hat kein Interesse an den Interessen Israels oder am Schutz dieses Staates. Er hat demonstrativ an der Verschaukelung Israels mitgearbeitet, wissentlich und willentlich betrogen, damit Israel Ruhe gibt und seinen eigentlichen Auftrag im Libanon – den es von Staats wegen hat: die Beseitigung der Bedrohung seines Staatsvolks – nur ja nicht zu Ende führt. Er macht den Kotau vor den Terror-Regimes des Nahen Ostens, kriecht den dortigen Kriegstreibern in den Hintern, die auf keinen Fall Frieden mit dem „zionistischen Gebilde“ schließen wollen. Kann man von so einem etwas anderes erwarten, als einen Affront gegen Israel nach dem anderen, auch durch die Ernennung eines „Vermittlers“, der ein ausgewiesener Feind Israels ist.

Diese Ernennung spricht Bände – gegen den Generalsekretär, gegen die UNO und gegen die Staaten, die gegen dieses unglaubliche Treiben nicht intervenieren, sondern den Mann und seine Organisation als „Weltregierung“ hinstellen und fordern, sich ihr unterzuordnen. Auf diese Weise macht man sich lächerlich. Noch lächerlicher dadurch, dass man auch noch stolz auf dieses Verhalten ist und es anderen als vorbildlich hinstellt. Die damit verbundene Selbstgefälligkeit ist Ekel erregend. Aber wie war das noch: Millionen können nicht irren – macht es wie die Fliegen, fresst Scheiße! Es geht auch mit weniger als Millionen, es muss nur die Mehrheit sein. Und so könnte Kofi Annan dann allen Kritikern wieder sagen, dass es ja wohl nicht sein könne, dass die ganze Welt sich irrt. Intelligenter und richtiger würde das diese Aussage einmal mehr nicht machen.

6.9.06 23:51


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