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Wissenschaft am Problem vorbei

Einmal mehr tut sich ein Wissenschaftler mit einem kontroversen Vorschlag hervor. Aber das mögen die Wissenschaftler ja gelegentlich, besonders Geisteswissenschaftler. Kontroverse gibt Aufmerksamkeit, der eigene Name macht die Runde – das ist ein prima Nebeneffekt, wenn auch nicht unbedingt vorrangiges Ziel. Vorrangiges Ziel ist das Ausleben der eigenen ideologischen Ausrichtung – und die ist in der Regel weit links und wurzelt in der 68-er-Bewegung. Vor allem in den Erziehungswisssenschaften.

Die Folgen davon sehen wir an unseren Schulen, die alle paar Jahre neue Allheilmittel präsentiert bekommen, wie man mit Schülern umgeht, individueller gleich macht und angeblich Probleme beseitigt. Manche Pädagogen springen auf jeden Zug auf, der die Straße entlang geschoben wird, manche lassen sich von diesen Dingen gar nicht berühren und machen nur, was sie schon immer machten; viele liegen irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Letztlich sind sie gezwungen auf vieles einzugehen, weil es vom Ministerium vorgegeben wird. Und Ministerielles kann bisweilen bizarre Formen annehmen: Auf einer Bildungskonferenz vor ein paar Jahren (da regierte in NRW noch die SPD) hatte eine ministerielle Mitarbeiterin die Stirn den anwesenden Lehrern zwar zu danken, dass sie so engagiert arbeiten, ihnen aber ansonsten zu sagen, dass sie alles falsch machten (wofür sie zwar nichts könnten, aber eine Beleidigung höchsten Grades war es trotzdem). Alle müssen umdenken und ganz anders arbeiten. Da freut man sich doch als Pädagoge, wenn man erfährt, dass man nicht nur völlig falsch ausgebildet ist, sondern auch der gesunde Menschenverstand nicht angebracht ist, den man tagtäglich walten lässt. Und schon gar nicht eigene pädagogische Vorstellungen und Werte. Die höhere Weisheit im Ministeriumsapparat hatte das beschlossen, also muss dem gefolgt werden.

Aufgegriffen werden die Ideen des Ministeriums in der Regel aus der Erziehungswissenschaft, die alle Jahre mal wieder eine neue Sau durch’s Dorf treibt, was jetzt alles anders und wie es besser werden muss. Da gibt es einen Erziehungswissenschaftler oder eine Gruppe davon, die haben eine Idee; und wenn sie genügend Einfluss haben oder wenn sie die Idee laut genug und intensiv genug hinaus posaunen, dann wird das zum Konzept, das den Schulen per Erlass oder per Gesetz auf’s Auge gedrückt wird. Zum Glück geht das nicht mit allem so – und aus Kostengründen wird sicherlich auch die Forderung des Jörg Ramseger nicht ankommen. Der will, dass Lehrer, besonders Grundschullehrer (die „/innen“ fühlen sich bitte immer eingeschlossen!) mindestens eine Migrantensprache (aus der Auswahl Türkisch, Arabisch, Russisch) lernen, bevor sie auf die Schüler losgelassen werden. Grund: „Ein Lehrer, der die Sprache seiner Schüler nicht spricht, ist ein inkompetenter Lehrer.“

Danke, Herr Ramseger, dass sie fast allen heutigen Grundschullehrer Deutschlands (außer denen mit Migrationshintergrund) völlige Inkompetenz attestieren! Es ist immer erfreulich, so Mut gemacht zu bekommen.

Die Begründung dieser irren These geht so:

Grundschullehrer müssten die Kinder dort abholen, wo sie herkommen... Die Lehrer müssen ihre Schüler in die Weite der Gesellschaft führen, sie mit Kultur und Wissenschaft vertraut machen. Um das zu leisten, müssen sie die Kinder und deren Denken verstehen können. Das ist nur möglich, wenn sie deren Sprache kennen... Schule muss ein Kundenbewusstsein entwickeln. Schließlich ist sie verpflichtet, Kinder zum Erfolg zu führen...

Erreicht werden soll das so:

Jörg Ramseger fordert eine massive Werbekampagne unter den Migranten. Außerdem sei es völlig unverständlich, dass Grundschullehrer während ihrer Ausbildung keine Migrantensprache lernen, betont er. Der Wissenschaftler plädiert deshalb dafür, die Ausbildungszeit für Grundschullehrer, die in Berlin 2003 um ein Jahr verkürzt worden ist, wieder um dieses Jahr zu verlängern: „In dieser Zeit können die Studierenden eine weitere Sprache lernen. Am besten in dem jeweiligen Land, wo sie dann gleich auch die Lebensbedingungen der Menschen kennenlernen.“ Das alles koste zwar zusätzlich Geld, bringe aber unendlich viel.

Mit Verlaub, aber ich kenne keinen Berufsstand, der stärker auf die „Kunden“ eingeht, als die Grundschullehrer – so weit ihnen das möglich ist. Und die Vermittlung der „Weite der Gesellschaft“ und die Schüler „mit Kultur und Wissenschaft vertraut“ zu machen geht auch, ohne dass der Lehrer Migrant ist bzw. ein Jahr lang in der Migrantenkultur im Ausland gelebt hat. „Die Schüler da abzuholen, wo sie stehen“ ist seit langem Prinzip der Schule – das aber auf die Sprachkenntnisse der Lehrer zu reduzieren, heißt den Bogen überspannen. Letztlich verlangt der Herr Wissenschaftler, dass sich die Schule an die Migranten anpasst und nicht, dass die Migranten sich in die Gesellschaft einfügen. Abgesehen davon, dass die Reduzierung des Verstehens von Denken und Mentalitäten auf die jeweilige (Migranten-) Sprache alleine bereits reichlich fragwürdig ist. Darüber hinaus frage ich mich, warum es so effektiv ist, (didaktisch fähige) Muttersprachler eine Fremdsprache lehren zu lassen – unabhängig davon, ob diese die gute deutsche Sprachkenntnisse haben oder nicht. (Da gäbe es eine ausführliche Antwort, für die mir hier der Platz nicht reicht.)

Die Aussage, dass Schule verpflichtet sei Kinder zum Erfolg zu führen, spricht Bände über das Verständnis dieses Mannes von Schule, Unterricht und Lernen. Es ist typisches Alt-68er-Denken: Die Verantwortung für Erfolg wird dem Individuum genommen und dem Kollektiv angelastet. Die Konsequenz dieses Satzes Ramsegers ist: Wenn ein Schüler keinen Erfolg hat, dann ist die Schule Schuld. Der Schüler kann nichts dafür. Als wenn es einen Automatismus gäbe, der dafür sorgen könnte, die richtige Vermittlungsmethode mache einen Schüler erfolgreich. Leider gibt es den da noch einen, der Verantwortung für Schulerfolg hat: den Schüler. Wenn der nicht bereit ist zu arbeiten (eine Bereitschaft, die zwar von der Schule/dem Lehrer gefördert, aber nicht hergestellt werden kann), dann kann er keinen Erfolg haben, egal, was die Schule versucht. Ramseger geht voll am Problem vorbei.

Was auch auf die Praktikabilität seines Vorschlags zur Migrantensprache als Heilmittel von „Versagen“ der Schulen angeht. Was wäre die Folge? Angenommen, ein Lehrer hat die arabische Sprache erworben (und damit die arabische Kultur, die er jetzt versteht und in der er seine arabsichen Schüler abholen kann) – was hilft ihm das, wenn er eine Klasse mit vorwiegend türkischen Schülern oder Russlanddeutschen bekommt? Oder gar eine stärker gemischte? Darf er die dann überhaupt unterrichten? Schließlich ist er von seiner Herkunft und Ausbildung nur in der Lage zwei Gruppen der Schülerschaft zu verstehen. Für die Unterrichtung der übrigen Schüler ist er zu inkompetent, als dass man sie ihm überlassen dürfte. Wie gehen wir also damit um? Schaffen wir (fast) reine Türken-, Araber-, Russen-Klassen, damit pädagogisch kompetent unterrichtet werden kann und durchsetzen die noch mit ein paar Deutschen, damit nicht alles so einseitig ist?

Die konsequente praktische Umsetzung des Ramseger-Vorschlags würde neue Ghettos schaffen: Ghetto-Klassen, in denen sich die Schüler gar nicht wirklich mit der Integration in die deutsche Gesellschaft beschäftigen müssten, weil der Lehrer ja die Migrantensprache spricht – Deutsch zu lernen würde nicht wirklich nötig sein, man kann den Lehrer ja dort festhalten, wo er einen abholen wollte. Schafft er das nicht, hat er versagt – schließlich hat die Schule den Auftrag den Lernerfolg zu garantieren.

Herr Ramseger geht mit seinem Vorschlag völlig am Problem vorbei. Nicht Sprachkenntnisse sind der Schlüssel zum Abholen der Schüler, dort wo sie sind; Sprachvermittlungskenntnisse sind gefordert – die Didaktik muss überarbeitet werden. Gezielte Sprachförderung durch gut ausgebildete Lehrer sind nötig – und da muss Schule ansetzen können: indem Schülern mit schwachen Sprachkenntnissen in intensiven Kursen die deutsche Sprache vermittelt wird. Und das gibt es in Grundschulen bisher so gut wie nicht. In Nordrhein-Westfalen gibt es ein Förderprogramm, bei dem Kinder eingeladen sind ein halbes Jahr vor der Einschulung zwei Wochenstunden Deutsch-Förderung zu bekommen – und das einen Tropfen auf dem heißen Stein darstellt, weil diese Förderung weder intensiv noch häufig genug statt findet. Das soll sich angeblich ändern, wozu die Sprachstandsfeststellung im Kindergarten durchgeführt wurde. Ob das die notwendige Intensität haben wird, muss abgewartet werden. Aber hier wäre ein Punkt, an dem anzusetzen wäre, vor allem mit qualifiziertem Personal (was wahrscheinlich der Knackpunkt sein wird). Die Forderung nach dem Erwerb einer Migrantensprache durch die Lehrer ist hohler Blödsinn, der nur im Wolkenkuckucksheim eines Universitätshirns wachsen kann.

27.9.07 11:38
 



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