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Ehud Olmert, 2.8.2006 im Interview mit der TIMES

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Die Waffenruhe verletzt - natürlich Israel

Nachdem Ehud Olmert diese Woche noch so richtig starke Worte fand, um die im täglichen Schnitt gut zwei Qassams aus dem Gazastreifen nach Israel zu „verurteilen“ („Israel ist ein bisschen enttäuscht“) und anfügte, er sei sicher, dass die Europäische Union Israels Einhalten der Waffenruhe zu würdigen wissen würde, kommt heute die Retourkutsche aus den europäischen Medien (na ja, zumindest den deutschsprachigen):

“Israel bricht den Waffenstillstand“ hieß es heute Nachmittag in den WDR2-Nachrichten, weil die Palästinenser sagen (was der WDR nicht erwähnte – von den Israelis gibt es bisher keine Äußerungen dazu), die israelische Marine habe Fischerboote beschossen. Gleiches meldet szonline.ch gegen 16.30 Uhr: Mit Schüssen auf palästinensische Fischerboote hat die israelische Armee nach palästinensischen Angaben die seit einer Woche geltende Waffenruhe verletzt. Und zählt irgendwann später auf, die Palästinenser hätten die „seit dem 26. November geltende Vereinbarung wurde von den Palästinensern bereits viermal durch erneuten Raketenbeschuss verletzt“. Fragt sich, wie das geht, wenn es noch keinen Tag ohne Rakete gegeben hat.

Interessant die Wortwahl: Israel verletzt die Waffenruhe, die Palästinenser nur eine Vereinbarung. Die palästinensischen Verletzungen der Vereinbarung werden umspannt von israelischem Beschuss und einen toten palästinensischen Jungen, der seinen vor zwei Wochen erlittenen Verletzungen erlag. Ein wunderbarer Rahmen, um dem Leser deutlich zu machen, wer hier der Schlimmere ist.

Unterdessen hat die israelische Regierung das Schießverbot im Gazastreifen aufgehoben – mit Einschränkungen natürlich, sonst wären sie nicht die Israelis; schießen darf die Armee auf Palästinenser, die den Abschuss von Raketen vorbereiten.

Das war’s dann wohl. Da können die EU-Vertreter im Tampere noch so sehr den „Waffenstillstand“ loben und „zum Ziel einer friedlichen Koexistenz zwischen Israel und den Palästinensern“ bekennen. Das ist ein Witz, angesichts der Realitäten vor Ort; was nutzt ein Bekenntnis der EU-Staaten, wenn das entsprechende Verhalten bei den PalArabern nicht existiert? Fehlt nur noch, dass sie sich beschweren, Israel und die Palästinenser würden nicht an das Bekenntnis halten. Die EU lebt in der Vergangenheit, beschwört alte Konzepte, die von den Palästinensern längst ad absurdum geführt wurden und rennen weiter „moderaten“ Terroristen hinterher (Abbas & Co.), die Nebel werfen und auf Arabisch anders reden als auf Englisch. Na, macht doch nichts. Sind ja nur die Juden, die dran glauben müssen. Und tote Juden kann man so schön betrauern.

2.12.06 23:02
 



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