HEPLEV - abseits vom Mainstream...


abseits vom MainstreamFuer Inhalte der von mir verlinkten Seiten uebernehme ich keinerlei Verantwortung. Sollte sich darunter einer befinden, auf dem Gesetzesverstoesse begangen werden, bitte ich um Nachricht, um den Link zu loeschen.

Webnews

An die etablierten Medien, die so gerne auf die Blogger eindreschen:
Wenn man keine Zeitung liest, ist man uninformiert.
Wenn man Zeitung liest, ist man desinformiert.

Mark Twain

  Startseite
    Nahost-Konflikt
    Europa+Nahost
    Medien+Nahost
    die Welt+Nahost
    Israel
    Palästinenser
    arabische Staaten
    UNO + NGOs
    EU-Europa
    Europa - USA
    Int'l.Politik allgemein
    dt. Politik
    Land NRW / der WDR
    Medien allgemein
    HR MediaBackspin
    Islam/Islamismus
    Europa+Islam
    Christen+Kirchen
    Bildung+Schule
    Geistesgrößen
    Nachdenkliches
    Lesen!
    Surftipps
    nur so am Rande
    Au weia
  Über...
  Archiv
  Kontakt
  Abonnieren
 


Links

in deutsch:
Nahost-Infos
Das politisch inkorrekte
     Woerterbuch

Daniel Pipes (dt.)
Medien-BackSpin
Die Achse des Guten
honestly-concerned
GermanMediaWatch
Gegenstimme
Transatlantic-Forum
Gudrun Eussner
Lizas Welt
Spirit of Entebbe
rebellog-diary
Castollux
Politically Incorrect
Winkelried-Info
Protect Israel
Der Fuchsbau
Luclog
Koran-Blog dt.
Acht der Schwerter
Nebeldeutsch
Dhimmideutsch

Medienmagazin PRO
LeoDict.org -
    online-Woerterbuch

dict.cc - online-Woerterbuch
travelhep

in englisch:
MEMRI
MEMRI Blog
Palestinian Media Watch
JCPA
Dhimmi Watch
Jihad Watch
Islam in Europe
The Religion of Peace
Brussels Journal
Counterterrorism-Blog
Augean Stables
Gates of Vienna
ElderofZiyon
This Ongoing War
Back to Sanity
Melanie Philipps (articles)
Melanie Philipps (diary)
Michelle Malkin
The Fjordman Files
Palestine Post-ings

Dear Germany...
Es gibt, so scheint es, nur eine Antwort: Aus dem Nationalsozialismus habt ihr nichts gelernt. Statt zu lernen, dass das Boese bekaempft werden muss, habt ihr gelernt, dass es boese ist zu kaempfen.
Dennis Prager

Political Correctness ist geistiges AIDS. Tragt ein intellektuelles Kondom. Nutzt die Blogosphaere.
Fjordman, Brussels Journal, 24.7.06

Der Unterschied zwischen uns und Hisbollah ist, dass wir, wenn wir Unschuldige toeten, es als Fehler betrachten; wenn sie Unschuldige toeten, betrachten sie es als Erfolg.
Ehud Olmert, 2.8.2006 im Interview mit der TIMES

Israel versucht schliesslich nicht, fremde Regierungen zu stuerzen oder den Islam zu vernichten. Die islamische Welt versucht dagegen sehr wohl, den einzigen juedischen Staat der Welt auszuloeschen.
Steven Weinberg, Physiker, USA

Qassam-Kalender
Februar 2007
Maerz 2007
April 2007
Mai 2007
Juni 2007
Juli 2007
August 2007
September 2007
Oktober 2007
November 2007


Kaffiyah Y'Israelit

Die Alternative zum Palli-Tuch

https://myblog.de/heplev

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Medien+Nahost

Äquidistante Parteinahme

Wann ist ein Waffenstillstand gebrochen? Ich würde mal vermuten, wenn eine der beiden daran beteiligten Seiten anfängt zu schießen, oder? Und wenn die andere dann – in diesem Fall: irgendwann nach Wochen! – zurückschießt, dann kann sie damit doch nicht im Unrecht sein, zumal wenn sie sich auf Leute konzentriert und nur die ins Ziel nimmt, die den Waffenstillstand brechen.

Aber im Nahen Osten ist alles anders. Da gelten diese Maßstäbe nicht. Und anscheinend müssen sich deutsche Medien unter allen Umständen vermeiden, dass sie irgendwo oder irgendwie als Partei ergreifend da stehen. Wenn es um die eine Seite geht, Israel. Und so verfällt auch die DIE WELT in das Schema, jeder palästinensischen Terroraktion ein „Aber Israel auch“ hinterherzujagen, damit nur ja keine auf den Gedanken kommt, die würden etwas tun, was nicht nicht in Ordnung ist. Man liest unter der Überschrift „Hamas feuert wieder in Richtung Israel“:

Der Waffenstillstand war schon zuvor vom "Islamischen Dschihad" gebrochen worden - und von der israelischen Armee.

Darunter wird dann erst einmal geschildert, wie die Hamas die Sache sieht: Israel habe den Waffenstillstand nicht eingehalten, also schießen wir wieder. Verantwortlich dafür, dass die Hamas schießt, ist Israel. Erst später und ganz nebenbei erfährt man, dass der Islamische Jihad sich dem Waffenstillstand nicht anschloss und weiter gefeuert hat. Auf die Idee da irgendwo eine Anmerkung zu machen, dass der Waffenstillstand damit offenbar gar nicht erst existierte, kommt der Autor nicht (auch wenn es sich bei dem Artikel um Zusammenstellungen von Meldungen von vier Agenturen handelt).

Statt dessen wird nach dieser Darstellung der „Konflikt von beiden Seiten verschärft“, denn Israel fliegt seit Anfang des Monats [=April] „auch wieder Luftangriffe im Gazastreifen. Allein seit vergangenem Samstag kamen dabei neun Palästinenser in Gaza und dem Westjordanland ums Leben. Am Montag drohte Israel mit einem Einmarsch im Gazastreifen, wenn der Raketenbeschuss nicht aufhöre.“ Schön zu lesen, wie Israel eskaliert. Der Leser merkt gar nicht, dass das Land Monate lang still hielt. (Mal abgesehen davon, dass die meisten der Toten in direkten Kämpfen zwischen Terroristen - Verzeihung: Militanten/Kämpfern/Aktivisten und Soldaten und nicht durch die Luftangriffe umkamen.)

Das Ganze gipfelt dann darin, dass „die Folge von Angriffen und Gegenangriffen“ die Waffenruhe „aushöhlte“. Ein fairer Bericht hätte festgehalten, dass es nie eine Waffenruhe gab, weil die – zwar erwähnten, aber heruntergespielten – ständigen Raketenangriffe den Begriff an sich längst ad absurdum führten. Mehrere Hundert Qassams seit Ende November sind keine Waffenruhe, auch wenn die Hamas sich nicht dazu bekannte.

Eine solche Darstellung darf es aber offensichtlich nicht geben. Der Leser muss durch eigene Kenntnisse darauf kommen, was in solchen Artikeln fehlt und seine Schlüsse daraus ziehen. Unparteiische oder neutrale Berichterstattung definiert sich heute darüber, dass man sich darauf zurückzieht, dass es „immer zwei Seiten“ gibt und dass es eine Schuldzuweisung nur geben darf, wenn sie keinesfalls zu Gunsten Israels ausfällt. Selbst bei so eindeutigen Sachlagen wie der der so genannten Waffenruhe darf nicht gesagt werden: Sie wurde von den Palästinensern gebrochen (durch die einen, die trotzdem schossen und durch die anderen, die nichts dagegen unternahmen). Die mit langer Verzögerung einsetzende, berechtigte und maßvolle Reaktion darauf wird auf die gleiche Stufe gestellt.

Solch offensichtliche Distanzierung von beiden Seiten nennt man Äquidistanz. Manchmal mag das angebracht sein. In diesem Fall ist es eine böswillige Parteinahme gegen Israel; und leider – und das ist das Perverse an dieser unschönen Sache – noch eine der wenigen „positiven“ Darstellungen im Vergleich mit der Mehrheit der deutschen Medienwelt.


Nachtrag: Melanie Philipps weist noch auf ein weiteres Phänomen der Presse hin (in diesem Fall Agenturen und britische Medien, die aber auch bei uns zu finden sind):
Wie in dieser typischen Meldung von Accociated Press behaupten die Medien gerne das Vorhandensein einer palästinensischen ‚Waffenruhe’, um im selben Bericht die nie endenden palästinensischen Raketenangriffe auf Israel festzuhalten. Die unausweichliche Schlussfolgerung dieser systematischen und hirnverdrehten Leugnung palästinensischer militärischer Aggression und gleichermaßen systematischen Konzentration auf israelische Maßnahmen, diese zu kontern, ist die, dass solche palästinensischen Angriffe überhaupt nicht als Angriffe betrachtet werden, weil ihre Zielobjekte Israelis sind, deren Selbstverteidigung damit zur Aggression verfälscht wird. Damit werden die Israelis als Opfer und die Aggression der Palästinenser weiter aus der moralischen Gleichung gepustet und Israel weiterhin boshaft in den Augen der westlichen Welt dämonisiert.

24.4.07 22:37


Meinung und veröffentlichte Meinung

Norwegen hat als erstes Land die neue PA-Terrorregierung anerkannt. Dazu schrieb ein israelischer Leser der International Herald Tribune folgenden Leserbrief:

Norwegen erkannte die PA-Koalition an. Das heißt, dass Norwegen die Hamas-Charta mit ihrem Artikel 7 anerkennt: „O Muslim! Ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn.“ Genauso Artikel 13: „Es gibt für das palästinensische Problem keine Lösung außer dem Jihad.“

Es ist doch wohl so: Norwegen hat gerade die Regierung anerkannt, die offen die Vernichtung des Staates Israel zu ihrem Ziel erklärt. Welches Land mit Selbstachtung würde in seiner ähnlichen Situation weiterhin normale diplomatische Beziehungen zu Norwegen haben?

Gedruckt wurde vom IHT Folgendes:

Bezüglich des Artikels „Israel arbeitet an der Isolierung der palästinensischen Koalition“ (19. März): Norwegen hat die neue palästinensische Koalition anerkannt. Es ist doch wohl so: Norwegen hat gerade die Regierung anerkannt, die offen die Vernichtung Israels zu ihrem Ziel erklärt

Welches Land mit Selbstachtung würde weiterhin diplomatische Beziehungen zu Norwegen haben?

Ist doch „nett“: Da liefert jemand in einem Leserbrief klare Fakten zum Fehlverhalten der Norweger. Aber der International Herald Tribune macht daraus das grundlose Schimpfen eines Israeli, der anscheinend blind gegen die PA-Regierung und die Norweger wütet. Die begründenden Fakten entfernt man, damit die Leser sehen, was für ein mieser Charakter sich da auftut.

Was wohl eher für den miesen Charakter dieser Zeitung spricht.

25.3.07 11:03


Kollateralschäden ohne Öffentlichkeit

Ma’an News berichtete über einen „Arbeitsunfall“ (nicht deren Wortwahl):

Gaza - Ein palästinensischer Aktivist [sprich: Terrorist] der Al-Quds-Brigaden, dem militärischen Arm des [Palästinensischen] Islamischen Jihad wurde getötet und weitere fünf Personen verwundet, als sich in einem Haus im Ash-Shati-Flüchtlingslager in Gaza Stadt am Montag eine Explosion ereignete.

Die Explosion ereignete sich am Montagmittag und zerstörte das Haus der Familie Hessi.

Palästinensische medizinische Quellen sagten, dass Ala’a Hessi (26) durch die Explosion getötet wurde und fünf weitere [Personen] verletzt wurden. Die Bewegung Islamischer Jihad trauert um Hessi und bestätigte, dass er eines ihrer Mitglieder war.

Wie war das noch? Als Israel letztes Jahr (und wann immer sonst) „zivile Gebiete bombardierte“, war die Welt in Aufruhr. Es wurde wegen unvermeidbaren Kollateralschäden heftigst kritisiert.

Fragt sich doch, wer jetzt den Palästinensischen Islamischen Jihad kritisiert, weil die Terrorbande eine Sprengstoff- und Bombenbau-Anlage in Privathäusern unterhält? Wer kritisiert den Kollateralschaden? Immerhin wurden fünf „Unbeteiligte“ verletzt und das Haus zerstört. (Nachbarhäuser wurden ebenfalls beschädigt.)

Schlagzeilen macht der Vorfall zumindest bei uns keine; passiert ja ohnehin oft genug. Und es sind ja nicht die Israelis, die da zugeschlagen haben.

Da das nicht berichtet wird, hat es für die Welt nicht statt gefunden. Für die Welt finden nur Tötungen statt, die Israelis begehen. Und in Folge dieser seltsamen Berichterstattung weiß Otto Normalverbraucher auch nicht, dass in diesem Jahr etwa viermal so viele Palästinenser durch andere Palästinenser umgebracht wurden als durch israelische Militäraktionen. Was dann auch dazu führt, dass Israel den Großteil der schlechten Presse bekommt.

Die Zahl der von Palästinensern umgebrachten Palästinenser in diesem Jahr beträgt übrigens 142 (hat ElderofZiyon gezählt)

20.3.07 20:02


Wie vor 40 Jahren? Nee, wirklich nicht!

Seit Tagen wurde die Demonstration in Washington, D.C. medial bei uns angekündigt. Es wurden Erinnerungen, die Demonstration gegen den Vietnamkrieg von 1967 beschworen, die „der Wendepunkt in diesem Krieg“ war. Und so sollte es auch diesmal werden. Dieser Anti-Irakkrieg-Protest, so waren viele – die Medien vor allem, gerade hier bei uns – sich sicher, würde den Wendepunkt bringen; die Politik und besonders George W. Bush müssten jetzt klein bei geben und sich schnell zurückziehen.

Was mich bei diesen Beschwörungsberichten verwundert: Sind die eigentlich nicht in der Lage etwas eigenes zu machen? Können die sich nicht anders machen als in der Vergangenheit schwelgen und darauf hoffen, dass sie das von damals noch einmal schaffen? Sind die nur in der Lage in den Kategorien von vor 40 Jahren zu denken und zu handeln? Warum können die nur in der Vergangenheit leben?

Noch eins scheinen diese Protestler nicht begreifen zu wollen oder zu können: Im Gegensatz zu 1967 gibt es heute keine feige Regierung, die die Soldaten in einem schmutzigen Krieg alleine lässt. Und vor allem: Es gibt keine US-Bevölkerung, die zwischen Ignorierung und Feindseligkeit den eigenen Truppen gegenüber schwankt. Heute gibt es reichlich Patrioten, die etwas dagegen haben, dass die Truppen an der Heimatfront im Stich gelassen werden.

All solche Gedanken scheinen den Kriegsgegnern nicht zu kommen. Aber auch die Medien spielen mit. Sie beschworen ebenfalls die Vergangenheit, ohne Rücksicht auf die ganz anderen Umstände. Sie, wie die Bush-Basher, schreiben, senden und schwafeln seit Jahren von einem zweiten Vietnam und hoffen inständig, dass die Amerikaner wieder verlieren werden – ohne Rücksicht darauf, welche Folgen das haben wird. Sie hoffen nicht nur, sie unternehmen alles, was in ihrer Macht steht, dass es so kommt. Dass sie damit Terroristen, Massenmörder, ja: Völkermörder unterstützen, sie salonfähig machen und ihr Tun überall in der Welt heraufbeschwören, das stört sie nicht, davor verschließen sie die Augen.

Und unter dieser Haltung steht die Berichterstattung über den gestrigen Protest in Washington. Unsere Fernsehsender erzählten vom Protest der Kriegsgegner; sie erwähnten auch, dass die Organisatoren eine Enttäuschung erlebten, weil weit weniger an der Demonstration teilnahmen als erwartet. Wie groß die Differenz war, wurde kaum einmal erwähnt. Die niedrige Teilnehmerzahl wurde dem kalten Wetter in die Schuhe geschoben. Das war’s dann auch. Prominente Redner konnten nicht vorgewiesen werden, wenn man von Cindy Sheehan absieht, die aber nicht „prominent“, sondern höchstens berüchtigt ist.

Auch kurz erwähnt wird „eine Gegendemonstration“. Über sie wird hinweggegangen. Sie ist vernachlässigbar. Wenn das wirklich so wäre! Aber wie immer, wenn etwas nicht so ist, wie die MSM es gerne hätten, dann wird es „tot geschwiegen“, so gut es geht. Die Zahl der Gegendemonstranten von gestern herunter gespielt, wenn überhaupt erwähnt. Aber selbst die Washington Post, die ansonsten ausführlich und ausschließlich negativ über die Gegendemonstranten schreibt (wofür sie sich vereinzelte, nicht repräsentative Vorfälle und ein vereinzeltes, nicht repräsentatives Foto herauspickt und inhaltlich übertreibt) muss zugeben, dass die Zahl der Gegendemonstranten „in die Tausende geht“. Erste Zahlen stehen nicht bei „Tausenden“, sondern bei 30.000 – also mindestens so viele wie die Protestler. Wenn man davon ausgeht, dass die Zahl der Demonstranten wegen der Kälte so niedrig war, dann muss man dasselbe für die Gegendemonstranten annehmen. Aussagen hierzu sind aber nirgendwo zu finden.

Die Gegendemonstration war nicht wirklich worden. Unter dem Schlagwort „Gathering of Eagles“ (Zusammenkunft/Treffen der Adler, kurz GoE) war dafür geworben worden; mehr nicht; einfach nur, dass die Leute kommen und den Linken zeigen sollten, dass sie den Tag nicht für sich alleine haben würden. Dass die große Zahl der „Eagles“ nicht wirklich wahr genommen wird, könnte auch mit daran gelegen haben, dass sie sich nicht nur an einem Ort aufstellten, sondern den Protestweg dicht säumten (kann man indirekt dem WaPo-Artikel entnehmen) und sich am Lincoln Memorial sowie am Vietnam-Memorial verteilten, das sie besonders zu schützen bereit waren; es hatte im Vorfeld Gerüchte gegeben, dass dieses Denkmal geschändet werden sollte, wie Demonstranten im Januar einige repräsentative Stellen der amerikanischen Demokratie mit Schmiererein „verzierten“. Man befürchtete, die Kriegsgegner würden es wieder so machen oder das Denkmal sonst irgendwie beschädigen.Vietnam-Veteranen reagieren auf solche Vorhaben recht empfindlich.

Die Verunstaltungen hätten zu den Kriegsgegnern gepasst. Verunglimpfungen, „Bush=Hitler“-Plakate, Terroristen (u.a. natürlich Che Guevara) verherrlichende Banner und die sonstige übliche Gülle wurden ausgekippt, vorgezeigt und als moralische Überlegenheit ausgegeben. Der wohl anschaulichste Unterschied zwischen den „Sheehanigans“ und den „Eagles“ konnte dann später festgestellt werden: Während die Orte, wo die „Eagles“ gegendemonstrierten sauber hinterlassen wurden, war bei den Kriegsgegnern Müll ohne Ende zu „finden“. Damit die Straßenkehrer der Stadt Washington auch ihren Job behalten können?

Und so geordnet, wie die „Eagles“ den Ort verließen, verhielten sie sich praktisch überall. Natürlich haben sie ihre Gegner auch mit kräftigen Sprüchen (mündlich und auf Plakaten) nieder gemacht. Das Unangenehmste davon, das ich gefunden habe, trug den Spruch: „Fahrt zur Hölle, Verräter. Ihr entehrt unsere Toten auf heiligem Boden“. Das reicht bei uns für im günstigsten Fall völliges Unverständnis, in der Regel für böse Denunziationen derer, die das Plakat halten. Mir gefielen andere, kreativere Bilder und Sprüche auch besser:

Da würde ich mal sagen: allesamt interessanter, geistreicher und intelligenter als „USA raus aus dem Irak“, „Stop war on Iran“ usw. Oder, was natürlich nie fehlen darf: dass der 11. September von Bush organisiert wurde und endlich die Wahrheit heraus müsse.

Um aber dies alles sehen und lesen zu können, muss man – wie üblich – die Bloggerszene in Anspruch nehmen. Die traditionellen Medien sind viel zu sehr damit beschäftigt eine andere Agenda zu verfolgen. Hier die Links zu Berichten über die „Gegendemonstration“, die den Antiamerikanisten eigentlich eine Demo-Niederlage mit schallender Ohrfeige verpassten (leider natürlich alle nur auf Englisch, nicht sortiert):

ARD 19.46 Uhr: Weltspiegel – kein Bericht direkt über die Demonstration; man konzentriert sich voll auf das Trauma Irak - Vietnam (mit reichlich Filmmaterial aus den 60-ern); „sie haben nichts dazu gelernt“; junge Amerikaner erfahren praktisch nichts über den Vietnamkrieg; die US-Regierung verhält sich genauso mies wie beim Vietnamkrieg; Videos von Terroristen, die im Irak ihre Anschläge aufzeichneten und feierten usw. Das Schmalspurdenken ist offensichtlich, sie können’s nicht anders. Und es darf natürlich nicht fehlen, dass George W. Bush „sich drückte“ und dass Vietnam-Kämpfer John Kerry vor einem Senatsausschuss aussagte (wo er natürlich nur die reine Wahrheit von sich gab...) und der heute selbst Senator und Kriegsgegner ist (wie schön, dass man alles so verkürzen kann). Nirgendwo eine Stimme, die anderer Meinung ist. Ganz Amerika ist gegen Bush. Wieso nur haben sie ihn dann wieder gewählt? Ach ja, weil einige Leute erst jetzt begreifen, was los ist. Aber sie begreifen es wenigstens. Nach Meinung unserer ARD.

Das eigentliche Thema verpassen sie, weil sie es nicht sehen wollen: Die „Friedens“-Terrorfreunde haben zum ersten Mal in der US-Geschichte erleben müssen, dass ihnen massig anders Denkende gegenüber stehen. Dass die „schweigende Mehrheit“ anfängt nicht mehr zu schweigen, sondern sich den Dösbaddeln entgegen zu stellen. Wurde auch Zeit, dass die Bühne nicht mehr nur den linken Wolkenkuckucksheimern und ihrer Hetze gehört.

Nachtrag, 19.03.2007: Noch ein interessanter Bericht, zwar aus Deutschland, aber auf Englisch. Davids Medienkritik (ein Blog, was sonst!) hat eingestellt, was ein Vietnam-Veteran zu berichten hatte, der als halb-offizieller Fotograf der „Gathering of Eagles“ agierte. Ein Erlebnis des Mannes hat mit den deutschen Medien zu tun: Eine Reporterin des ZDF interviewte einen Vietnam-Veteran, der gegen den Irakkrieg ist. Als der Autor sich auf Deutsch an die Dame wandte und meinte, er könne eine andere Meinung präsentieren, als der vorige Interviewpartner, wurde er abgewimmelt und das ZDF-Team ging regelrecht stiften: „Wir haben alle Interviews, die wir brauchen.“ Rede mal keiner von objektiver Berichterstattung in Deutschland!

18.3.07 21:05


Wem fällt etwas auf?

Ein typischer Bericht in einer westlichen Zeitung (zitiert bei Robert Spencer’s Jihad Watch - der zitierte Artikel wurde inzwischen bei der Canadian Press durch einen längeren ersetzt):

Hunderte wütender muslimischer Beter warfen Freitag Steine und balgten sich mit der Polizei in einem Ausbruch von Empörung über umstrittene israelische Renovierungsarbeiten an einer umstrittenen heiligen Stätte in der Altstadt.

Etwa 200 Polizisten strömten auf den Gebäudekomplex auf dem Hügel, den Muslime als „Edles Heiligtum“ und die Juden als „Tempelberg“ kennen, um die Gewalt zu ersticken, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Zeugen sagten die Polizei habe Blendgranaten geworfen.

Einige Dutzend Protestler verbarrikadierten sich in der Al Aksa-Moschee im Komplex, der die drittheiligste Stätte des Islam ist. Die Protestierenden sind wütend wegen israelischer Reparaturarbeiten an einer irdenen Rampe, die auf den Komplex auf dem Hügel führt; sie fürchten, das wird die Moschee beschädigen.

Die Polizei sagt, dass mehrere Protestierende und mehrere Polizisten in der Auseinandersetzung verletzt wurden, machte aber keine weiteren Angaben.

Die Zusammenstöße brachen am Ende der Freitagsgebete vor Ort aus. Die Polizei hatte sich für mögliche Krawalle während der Freitagsgebete gewappnet, die oft Punkte für den Ausbruch von Zusammenstößen gewesen sind.

Ich frage nicht nach dem auffallenden Fehlen des Hinweises darauf, dass die „Wut“ der Leute völlig aus der Luft gegriffen ist. Auffällig sind gewisse Zusammenhänge:

Bemerkenswert ist, dass in dem Artikel steht, dass „muslimische Beter“ Steine warfen und sich mit der Polizei „balgten“. Für Leute die glauben, dass ein göttlich inspirierter Prophet ihnen befahl sie würden „gegen die Juden kämpfen und ihr werdet sie töten, bis sogar ein Stein sagt: Komm her, Muslim, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; töte ihn“, ist so etwas tatsächlich ein Akt der Anbetung.

Ist es nicht weiterhin auffällig, dass die FreitagsGEBETE der Auslöser für die gewalttätigen „Demonstrationen“ sind. Was würde wohl passieren, wenn ein Pfarrer von der Kanzel verkündet, dass die Gottesdienstbesucher sich vor der Praxis eines Abtreibungsarztes aufbauen sollen. Selbst wenn die einfach nur da stünden und ein Schild hielten, das ihre Meinung zu Abtreibungen kund tut, würde der Pfarrer wegen Aufwiegelung angegangen. Würden die Protestierenden dann noch Eier werfen, würden sie sofort festgenommen. Anscheinend ist es bei Muslimen dann doch etwas anderes. Das ist in Jerusalem, da ist das halt so. Die müssen tun können, was sie nicht lassen wollen. Solche Art von Gottesdienst ist nicht unsere Sache, aber deren; also schütteln wir zwar den Kopf über sie, aber das ist dort schon in Ordnung. Oder wie soll man das sonst sehen? Wundern wir uns also bitte nicht, wenn das hier auch mal so kommt.

Wobei man sagen muss, dass die „Zusammenstöße“ in Jerusalem ja noch harmlos waren – wegen der anwesenden Polizei. In Bangladesch waren keine Polizisten vor Ort, die die Folgen der Freitagsgebete verhinderten: aufgeheizte Beter schlugen dort mal eben vorbei kommende Hindus tot.

11.2.07 23:40


SPIEGELbild des Tempelbergs

Hat beim Spiegel einer nicht aufgepasst oder ist da etwas gesunder Menschenverstand ausgebrochen? Spirit of Entebbe hat jedenfalls per Screenshot festgehalten, dass sie dort einmal nicht die israelische Polizei als Aggressoren darstellten, sondern schrieb, dass sich die Polizisten sich (gegen Muslime) verteidigen!
Und dann schreibt der Spiegel in seiner zugehörigen Fotostrecke auch noch (Bild 3 von 9): Tränengas vor den Heiligtümern, die Polizisten waren zuvor mit Steinen ANGEGRIFFEN worden (Hervorhebung von mir). Ich staune!

Aber es kommt noch besser: In Muslimische Hetze gegen Bauarbeiten steht im Vorspann klipp und klar: Von Indonesien über Jordanien bis nach Ägypten und Marokko werden Proteste gegen die Bauarbeiten am Tempelberg laut. Dabei ist die heilige al-Aksa-Moschee gar nicht berührt. Doch das kümmert die religiösen Fanatiker nicht: Sie wollen den muslimischen Alleinanspruch auf Jerusalem. Im weiteren Text folgt die Klarstellung, dass die Arbeiten außerhalb „der Mauer“ statt finden und es keinerlei Berührungspunkte gibt.
Als ich nachsah, wer das geschrieben hatte, stelle ich allerdings fest: Das ist kein Spiegel-Redakteur, sondern einer von der Weltwoche. Und schon gibt’s wieder böse Gedanken: Ob einer der eigenen Spiegel-Leute so etwas geschrieben hätte?

Die übrigen Meldungen des Spiegel zu den Tempelberg-Krawallen wahren weiter ihre Scheinneutralität: In Krawalle am Tempelberg beschießt die Polizei schon den Versuch der Gläubigen eine Demonstration zu versammeln. Die palästinensischen Vorwürfe werden zitiert und nicht mit Fakten ergänzt – so beispielsweise, wenn beim Vorwurf von Mustafa Barguti, die Israelis seien „noch vor dem Ende der Freitagsgebete gewaltsam auf den Tempelberg vorgestoßen“. Ebenso werden die „Befürchtungen“ der Muslime, die Bauarbeiten könnten „die heiligen Stätten des Islam beschädigen“ einfach stehen gelassen. Wenigstens steht da auch noch, dass diese heiligen Stätten „nahe gelegen“ sind.

In Viele Verletzte bei Krawallen am Tempelberg sind es Demonstranten und Polizei sowie „Zusammenstöße“, die „aufflammen“ – kein Wort davon, wer das initiiert hat. In der Altstadt, heißt es wenigstens richtig herum, „bewarfen Palästinenser Polizisten mit Steinen und Flaschen“. Aber im Rückblick auf den „hot spot“ Tempelberg darf natürlich nicht fehlen, dass Ariel Sharons Besuch 2000 die „zweite Intifada“ mit „mehrjährigen Unruhen“ auslöste.

“Mehrjährige Unruhen“ – wirklich eine sehr treffende Bezeichnung für Hunderte Selbstmord-Attentate, Tausende Raketen, weitere unzählige sonstige Mordversuche an Juden und über 4000 toten Terroristen sowie unbeteiligten Palästinensern, die zur falschen Zeit einem Terroristen zu nahe kamen. Im Großen und Ganzen bleibt der Spiegel seiner Linie treu, palästinensischen Terror mit Euphemismen zu tarnen. Solche gelegentlichen „Ausrutscher“ durch Fremdautoren oder Henryk M. Broder sorgen dafür, dass er sich ein Feigenblatt vorhalten kann, mit dem er Kritik abschmettert.

Übrigens: Hier gibt’s Webcam- und andere Bilder von der Tempelbergmauer.

11.2.07 15:04


Ein mediales Nicht-Ereignis

Manchmal fragt man sich, wofür die Presse- und sonstigen Medienvertreter eigentlich gut sind:

Am 20. Januar fand in London im Rahmen eines Themenkongresses zu „Weltzivilisation oder Zusammenprall der Zivilisationen“ eine Debatte statt. Organisiert wurde sie von Bürgermeister „Red“ Ken Livingstone, der sich als Gegner Daniel Pipes auserkoren hatte. Jeder der beiden konnte einen „Sekundanten“ mitbringen. Livingstone entschied sich für eine hysterische Labertasche mit Stoff um den Kopf, Pipes für einen jungen Mann mit erheblichen Wissen und Redepotenzial.

Wenn man berücksichtigt, dass es Dutzende (wenn nicht über 100) Medienvertreter gab, die die vier Vorträge mit anschließender Frage-Antwort-Sequenz verfolgten, dann muss man sich wundern, dass es darüber praktisch keine Berichterstattung in den traditionellen Medien sowie auf ihren Internet-Seiten gab. Lediglich die Blogger-Szene widmete dem Ereignis Aufmerksamkeit. Und hier kamen dann bezüglich der „seriösen“ Medien auch gelegentlich durchaus zutreffend erscheinende Vermutungen über deren Nicht-Berichterstattung auf. So ganz falsch kann beispielsweise die Vermutung nicht sein, dass sämtliche großen Print-, Hör- und TV-Medien zwar vor Ort waren, die Veranstaltung dann aber totschwiegen, weil ihrer Meinung nach der Falsche siegreich daraus hervor gegangen ist (nämlich Pipes).

Die Krone setzt dem Ganzen aber – wer sonst? – die BBC auf: Während jegliche Erwähnung der Debatte in ihrem englischsprachigen Programm fehlt, durften die britischen Gebührenzahler immerhin einen Bericht auf Arabisch finanzieren. Der ist jetzt auch bei YouTube zu sehen. Vielleicht wird er ja mal übersetzt...

(Den Vortrag von Daniel Pipes kann man in Englisch hier lesen, auf Deutsch folgt er demnächst.
Auf YouTube stehen auch 8 Videos der Debatte; wer sie nicht gestückelt sehen will, kann sie bei Global Defense Group am Stück sehen.)

5.2.07 23:00


Nebenwirkungen des Chaos im Gazastreifen

ElderofZiyon, 19. Januar 2007

Nidal al-Mughrabi, Terror-Apologet von Reuters, hat einen interessanten Artikel darüber geschrieben, warum die Leute sich wegen der dort lauernden Gefahren vom Gazastreifen fern halten. Er verdreht das zwar in der patentierten Weise von Reuters, aber es gibt doch einige Fakten, die er im Artikel vergräbt und deren Folgen er völlig ignoriert.

Dimon McGregor, Vorsitzender der Vereinigung der Auslandspresse (FPA) in Israel, sagte, wegend er unklaren Sicherheitslage im Gazastreifen würden weniger Auslandsjournalisten dorthin fharen.

Das bedeutet, dass nicht allzu viele Leute darüber berichten, wie schlecht die Lage im Gazastreifen tatsächlich ist. Wenn Angriffe mit vielen Toten zwischen der Fatah und der Hamas vorkommen, kommt das in die Nachrichten; wenn Menschen durch Gewehrfeuer auf Hochzeiten getötet werden oder durch „Arbeitsunfälle“ oder bei Kämpfen zwischen Clans, dann nicht. Die stündlichen Drohungen und Rhetorik zwischen Hamas und Fatah werden ebenfalls ignoriert, ganz zu schweigen von den nicht tödlichen Anschlägen auf niedrigerem Niveau zwischen ihnen, wie auch zwischen prominenten Familien und den Milizen. Die Ironie besteht darin, dass die Reporter Gaza wegen der täglich unsicheren Lage verlassen, aber nicht darüber berichten!

Das bedeutet ebenfalls, dass seltsamerweise Amateure wie ich bessere Berichterstatter über die Geschehnisse im Gazastreifen sind, als die wirklichen Report dort vor Ort. Die haben klar Angst um ihr Leben oder entführt zu werden; und die Terroristen kümmern sich nicht um eine freie Presse und sind regelmäßig hinter jedem her, der sie da gerade mal verärgert hat, einschließlich der Reporter. Die meisten palästinensisch-arabischen Zeitungen sind zwar bloß Sprachrohre für die eine oder andere Bewegung und es gibt natürlich einiges an Selbstzensur, aber sie berichten mehr als die Auslandsmedien und es ist einfacher aus den originalen arabischen Quellen die Wahrheit über die Geschehnisse im Gazastreifen in Erfahrung zu bekommen als von einem Auslandsreporter in einem gepanzerten Wagen mit Polizeieskorte, der weiß, dass er sterben könnte, wenn er etwas Missliebiges berichtet.

Khalil Abu Shammala, Direkotr der Ad-Dameer Association for Human Rights, sagte, dass Spendengeber aus dem Ausland einige der Projekte seiner Gruppe im Gazastreifen nicht länger besuchen, um zu sehen, welche Aktivitäten sie finanzieren.

Das ist der letzte Satz des Artikels und wahrscheinlich der wichtigste. Erinnern Sie sich, wie all die Spender aus Europa sagte, wie sehr sie aufpassen würden, um sicherzustellen, dass es Transparenz und Verantwortlichkeit gibt, damit ihre Hilfe bei denen ankommt, die sie brauchen? Nun, das kann man vergessen. Einiges oder der größte Teil der Hilfen endet im Kauf von Gewehren und Panzerfäusten und riesigen Plakaten von Terrorführern, die gerade in dieser Gegend besonders populär sind.

Der Gazastreifen wird von Dieben, Halsabschneidern und Mördern beherrscht.

Und der Gazastreifen ist das Modell dessen, wie ein palästinensisch-arabischer Staat aussehen würde.

20.1.07 16:27


Parteinahme für Lügen

Vor ein paar Monaten ist ein Buch erschienen, das heute weiter auf den amerikanischen Bestsellerlisten steht. Vielleicht hat die Aufregung und Kritik an dem Buch dazu beigetragen, dass es sich so gut verkauft. Der Titel und sein bis ins Antisemitische gehender Inhalt sicherlich auch. Vermutlich ist die heftige öffentliche Bekämpfung mit publizistischen Mitteln aber wohl einer der Hauptgründe für den Erfolg des Machwerks.

Die Rede ist von Jimmy Carters Buch „Palestine: Peace not Apartheid“. Über Carters Vernebelungsversuche zu Kritik an seinem Unsinn habe ich mich im Dezember ausgelassen. Der steht auch nicht weiter zur Debatte, sondern unsere Medien fangen an, über den armen ehemaligen Präsidenten zu schreiben, der jetzt diffamiert wird.

Beispielhaft für die sich objektiv gebenden Berichte über die Kritik an Carter ist Eva Schweitzers Artikel im Feuilleton der Berliner Zeitung, Titel: Umstrittener Bestseller. Ex-Präsident Jimmy Carter wird wegen seines Buches über Israel heftig angegriffen. Bezeichnenderweise setzt sich die Redakteurin mit den Inhalten des Buches nicht auseinander, sondern führt marginal am Anfang des Textes einige Hinweise dazu an. Inhalte, die unser Mainstream ja ganz normal findet, weil sie uns von den Medien seit Jahren eingehämmert werden: Israel behandle die Palästinenser in den besetzten Gebieten wie einst Südafrika die Schwarzen, mit Hilfe von Checkpoints, Landkonfiskationen, Straßen nur für Siedler, Ausgangssperren. Deshalb trage das Land die Hauptschuld am Nahostkonflikt. (Ursachensuche auch bei Carter ausschließlich in der Böswilligkeit der Israelis – führt Frau Schweitzer nicht mit an.) Alles ganz normal. Anders kennen wir es ja auch nicht. Das ist gängig und weil es alle sagen, die Israel nicht einfach „unkritisch“ betrachten und „alles rechtfertigen, was Israel tut“, ist diese Darstellung nicht in Frage zu stellen. Carter hat also auf jeden Fall Recht. Die Kritik an diesen Tatsachen ist nicht zu rechtfertigen. Carter ist Opfer.

Um Carters Reputation weiter zu stärken, wird im zweiten Absatz hinterhergeschoben, dass unter ihm das Friedensabkommen zwischen Israel und Ägypten unterzeichnet wurde, „das einzige Friedensabkommen im Nahen Osten, das bis heute gehalten hat“ – das zwischen Jordanien und Israel kennt die Dame nicht (abgesehen davon, dass dieser Friede wesentlich weniger „kalt“ ist als der mit Ägypten). Und zur Verstärkung: „Der Politiker aus Georgia hat sich auch früh gegen die Rassentrennung in den USA ausgesprochen. Seine Kritik hat daher moralisches Gewicht.“ Wie kann man etwas gegen diesen Mann sagen?

Was dann folgt, ist die umfangreiche Zerstückelung der böswilligen Kritiker. Alles schön verpackt in der Beschreibung von deren Kritik und denjenigen, die sie äußern – ausschließlich Juden: Die Absage eines Besuchs des größten Vereins von Reformrabbinern (der Central Conference of American Rabbis - weiß die Dame, was „Reformrabbiner“ sind und wo die politisch normalerweise stehen?); der Rücktritt von „14 jüdische(n) Mitglieder(n) des 200 Mitglieder starken Beirats des Carter Centers“; die Vorwürfe der Zionist Organisation of America; die Anzeigenkampagnen der Anti-Defamation League und der Republican Jewish Coalition; die Internet-Unterschriftenliste des Simon Wiesenthal Center; die Stimme erhebende „prominente(n) Juden“ wie Rabbi Shumely Boteach und Anwalt Alan Dershowitz. „Aber auch die Medien“ sind kritisch – natürlich Juden: Jeffrey Goldberg, Martin Peretz, Bloomberg News. Gibt es tatsächlich keine anderen Kritiker? Hey, jetzt wissen wir wieder mal, wie sehr die jüdische Lobby da in Amerika daran arbeitet Kritiker mundtot zu machen!

Bis zu dieser Stelle enthält sich die Autorin jeden Kommentars. Der Text sieht nach objektiver Schilderung der Verhältnisse aus. Die Auslassungen fallen nur dem auf, der sich die Materie selbst näher angesehen hat. Das reicht aber offensichtlich nicht. Und so folgen zwei Absätze, die keinerlei Zweifel offen lassen, wer die böswilligen Idioten und wer der Gute ist in dieser Auseinandersetzung (Hervorhebungen von mir):

Carter trifft offenbar einen Nerv - aber nicht, weil sich Amerika für Palästina interessierte, sondern weil immer mehr Amerikaner eine zu israelfreundliche Linie ihrer eigenen Regierung für das Schlamassel im Nahen Osten verantwortlich machen. Carter-Kritiker fürchten nun, dass mit dem Buch eines Ex-Präsidenten Kritik an Israel hoffähig werden könnte. Unterstützt wird Carter nur von Südafrikanern wie Erzbischof Desmond Tutu oder dem Autor Breyten Breytenbach. Denn Apartheidkritiker haben Israel nicht verziehen, dass es Waffen an Pretoria lieferte.

Überraschen sollte das Buch jedoch nicht. Schon vor Jahren warnte New-York-Times-Kolumnist Thomas Friedman, dass Israel bald wie ein Apartheidstaat aussehen werde - sobald es mehr Araber gebe als Juden. Dem Verkauf schadet die Kritik übrigens nicht. Das Buch ist seit Wochen auf den Bestsellerlisten von New York Times und Amazon.

Eine entlarvende Zusammenstellung! Nicht nur, dass – wir kennen es bei uns – Kritik an Israel verboten ist und Carters Feinde verhindern wollen, dass sich das ändert. Kronzeugen für Carters Sicht der Dinge sind diejenigen, die früher unter der Apartheid gelitten haben. Das macht Carter sakrosankt und Kritik an ihm zu einem zumindest intellektuellen Verbrechen. Zuletzt wird dann noch Thomas Friedman von der New York Times als weiterer unantastbarer Zeuge ins Feld geführt – die NYT ist DIE Presse-Institution, der man einfach alles abnehmen muss, über alle Zweifel erhaben wie der Text des Koran für Muslime; jeder, der etwas anderes sagt, ist ein unwissender, vermutlich sogar böswilliger Hetzer.

Was lernen wir von Frau Schweitzer?
Dass die Amerikaner weithin Ignoranten sind (fehlendes Interesse am Schicksal der Palästinenser).
Jimmy Carter ist ein Engel, weil er für Frieden ist und gegen Apartheid. (Dass er nach Camp David „getragen“ werden musste und die Annäherung sowie der Friedensschluss zwischen Sadat und Begin nicht auf seinem Mist gewachsen sind, vergisst man nur allzu gerne, der Mann selbst natürlich erst recht.)
Wenn Carter etwas sagt und die Juden dagegen opponieren, dann ist die jüdische Lobby am Werk und die ist zwar mächtig, aber auch gegen die Freiheit. Vor allem die Freiheit zur Kritik an Israel. Sie unterdrückt die freie Meinungsäußerung. Zeugen dafür sind zum einen Opfer der südafrikanischen Apartheid. Frau Schweitzer fällt zwar auf, dass die Apartheidskritiker „Israel nicht verziehen“ haben, dass es Pretoria Waffen lieferte – aber die Frage danach, inwiefern das die Haltung dieser Leute negativ beeinflussen und ihre Objektivität verhindern könnte und sie einseitig macht, die stellt sich ihr nicht.
Weitere Zeugen sind dann ein unantastbarer Journalist und seine Zeitung, die aber seit Jahren in eklatanter Weise klar machen, wo sie stehen, indem sie Israel praktisch immer negativ und als verbrecherisch darstellen und Terroristen zu Freiheitskämpfern mit moralischem Recht zu ihrem massenmörderischen Tun erheben.

Bezeichnenderweise steht Schweitzers Artikel im Feuilleton. Sie schreibt ja über ein Buch. Und Bücher sollten auch erziehen, jedenfalls wenn sie nicht trivial sein, sondern intellektuell etwas hermachen wollen. Im Zweifelsfall eben auch so, dass ein Land dafür verteufelt wird, dass es um sein Überleben kämpft. Oder, wie in diesem Fall, um die Leute zu verdammen, die sich in diesem Kampf an der Seite Israels engagieren. Da gibt es „Argumente“, die nicht fehlen dürfen und die sich besonders im Feuilleton gut machen, weil die Literatur der höchste Ausdruck der Meinungsfreiheit ist: Israelkritik soll mundtot gemacht werden – also sind die pro-Israel-Aktivisten totalitär und freiheitsfeindlich. Israel betreibt Apartheid – also sind die pro-Israel-Aktivisten Rassisten. Womit die Fronten geklärt sind, wem die freie Meinungsäußerung im Zweifelsfall wirklich entzogen werden wird.

20.1.07 12:55


Klaus Kleber war erschrocken

Erzählt er in der Anmoderation des nächsten Berichts aus dem Nahen Osten im heute journal am Freitagabend. Erschrocken war er letzte Woche, als er in Israel war. Darüber, „mit welcher Selbstverständlichkeit“ alle – Israelis wie Palästinenser – davon ausgehen, dass es im nächsten Sommer wieder Krieg gibt. Begründung: Es ist ja nichts entschieden worden in diesem Sommer. Die Hisbollah „soll wieder aufgerüstet sein“. Im Konjunktiv, es ist also fragwürdig. (ROFL)

Kleber macht sich also Sorgen. Nicht darüber, dass der Krieg wahrscheinlich ist, weil die Hisbollah einfach weiter macht wie vorher auch, sondern darüber, dass die Menschen die Situation so einschätzen, wie sie es tun - also realistisch sind.

Der von ihm anmoderierte Beitrag hätte ihm eigentlich klar machen müssen, dass die Menschen dort nichts Erschreckendes Denken, sondern dass die Lage an sich so ist, dass sie nicht anders denken können. Es ist purer Realismus. Nicht das Wunschdenken und die Wolkenkuckucksheime der Europäer, die doch durch die UNIFIL alles gesichert sehen wollen. Die sich nicht vorstellen können, dass die Hisbollah die „Friedensschützer“ nur als Deckung benutzt. Der Beitrag des heute journal zeigte ganz deutlich auf, wie offen die Grenze zwischen Syrien und dem Libanon ist; wie wenig dafür getan wird, dass der Waffenschmuggel unterbunden wird. Der Korrespondent ließ sich von einem Libanesen durch das Grenzgebiet kutschieren. Er war unkontrolliert ins syrische Staatsgebiet und zurück gefahren. Kein Mensch zu sehen, der irgendetwas hätte kontrollieren wollen. Libanesische Soldaten? Fehlanzeige.

Das ganze Ausmaß der Lächerlichkeit der Praxis der Resolution 1701 wird in diesem Bericht deutlich gemacht. Aber warum, wenn er diesen kennt, erschreckt sich der Moderator der Sendung immer noch vor dem Realismus der Israelis und Palästinenser? Weil er nicht glauben mag, dass sie Recht haben könnten? Weil er nicht bereit ist zu sehen, was so offensichtlich ist? Weil er immer noch glaubt, die Terroristen könnten mit „Verhandlungen“ und Zugeständnissen dazu gebracht werden ihre judenmörderischen Ambitionen aufzugeben?

Ist er so naiv? Oder so dumm? Oder so verblendet? Oder einfach nur „politisch korrekt“ (also alles zusammen)?

30.12.06 00:19


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]




Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung