HEPLEV - abseits vom Mainstream...


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Wenn man keine Zeitung liest, ist man uninformiert.
Wenn man Zeitung liest, ist man desinformiert.

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Der Unterschied zwischen uns und Hisbollah ist, dass wir, wenn wir Unschuldige toeten, es als Fehler betrachten; wenn sie Unschuldige toeten, betrachten sie es als Erfolg.
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Israel versucht schliesslich nicht, fremde Regierungen zu stuerzen oder den Islam zu vernichten. Die islamische Welt versucht dagegen sehr wohl, den einzigen juedischen Staat der Welt auszuloeschen.
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Europa+Nahost

Das Vaterunser wäre beleidigend gewesen

... und das Tischgebet „Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast“ mit Sicherheit genauso.

Die britische Sun berichtet über eine „Schönschreib-Übung“ in einer Grundschule in der Nähe von Leeds:

Verärgerte Eltern haben eine Lehrerin angegriffen, weil sie den Zehnjährigen aufgegeben hatte ein muslimisches Gebet abzuschreiben. Die Lehrerin sagte, sie habe den muslimischen Gebetsruf als Schönschreib-Übung ausgesucht. Dazu gehört die Zeile „Allah ist am größten“ und „ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt“.

Die Stiefmutter einer Schülerin sagte: „Die Erklärung war, dass die Kinder über den Islam lernen. Aber das war wie ein Schwur. Ein muslimisches Kind würde niemals aufgefordert werden einen Vers aus der Bibel zu schreiben. Warum hat sie nicht einen Text aus einem normalen Geschichtenbuch ausgewählt um die Handschrift zu üben?“

Die Lehrerin, die auch stellvertretende Schulleiterin der Schule ist, gab zu, dass es sich um „eine sensible Sache“ handele, weil drei der Selbstmordbomber vom 7. Juli 2005 aus Leeds kamen, das nur 25km entfernt sei.

Klar, so kann man es auch sehen. Die Sensibilität der Sache hat mit dem Anschlag von vor zwei Jahren zu tun, nicht mit dem, was sie da gemacht hat – und was sie umgekehrt niemals gewagt hätte. Oder wollte sie die Schüler bloß schon mal an die neue Ordnung gewöhnen, die demnächst in Großbritannien herrschen soll?

6.8.07 20:12


Die Angst zahnloser Tiger vor brüllenden Mäusen

Die bulgarischen Krankenschwestern und der Arzt (sowie ein weiterer Arzt, der das Land nicht verlassen konnte) sind wieder in Bulgarien. Wir können aufatmen, was diese fünf Geiseln des libyschen Despoten und seines Unrechtssystems angeht. Die europäischen Charaden gehen allerdings weiter.

Heute fliegt der französische Präsident Sarkozy nach Tripoli. Er will daran arbeiten Libyen weiter (und besser) in „die internationale Gemeinschaft zu integrieren“. Mit anderen Worten: Ghaddafi bekommt Honig ums Maul geschmiert und den Hintern gewischt, weil er ja so wunderbar dafür gesorgt hat, dass die Todesurteile gegen das medizinische Personal hat umwandeln lassen. All seine Lügen und Erpressungen müssen nicht nur mit dem erpressten Mitteln honoriert werden, jetzt ist es an der Reihe, dass „Europa“ ihn auch politisch möglichst weit aufwertet.

Was lernen wir daraus?

Nun, es gab da mal einen Film, der dürfte aus den 1960-ern stammen und heißt „Die Maus, die brüllte“. Darin gab es einen bankrotten Ministaat, der erklärte den USA den Krieg. Grund: Wer den Amerikanern den Krieg erklärt, wird von ihnen besiegt, besetzt – und saniert. Beispiel: Deutschland und Japan nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Absicht der Kriegserklärung war also nicht Krieg zu führen, sondern sich von den Amerikanern besetzen zu lassen, damit das Land wieder auf die Beine kommt. (Der Plan lief dann ein wenig schief und der Ministaat konnte sogar die Friedensbedingungen diktieren.)

Anders, wenn Europa ins Spiel kommt. Hier holt man sich nicht Hilfe, indem man den Krieg erklärt und sich dann besetzen lässt. Libyen hat den Despoten und Tyrannen – wie auch den Terroristen – gezeigt, wie man sich Geld, Prestige und sonstige Hilfen von Europa holt, ohne besetzt zu werden: Man inszeniert eine Scharade, die für ein paar unschuldige Europäer tödlich verlaufen dürfte. Dann sorgt man dafür, dass es in Europa genügend Entsetzen gibt und alles aufgeregt nach „Lösungen“ sucht. Die bestehen darin, dem Tyrannen, der für die unsägliche Sache verantwortlich ist, den Hintern zu küssen, ihn politisch zu hofieren, aufzuwerten und jede Menge Geld ins Land zu blasen. Wirtschaftliche Großinvestitionen gehören ohnehin dazu und verschaffen der Diktatur weiteres Geld (und Ansehen).

Libyen ist fein heraus. Statt – wie es angesichts der verlogenen, mehrjährigen Schauspiels mit dem Leben von sechs Menschen angemessen wäre – dem libyschen Staatschef zumindest den Hintern zu versohlen und ihm klarzumachen, was für ein Drecksack er ist und dass er nicht damit rechnen kann irgendwelche Vorteile aus seinem teuflischen Tun zu ziehen, wird er nicht nur mit den Erpressten Gütern und Geldern belohnt, sondern auch noch aufgewertet.

Welche Schlussfolgerungen werden wohl andere daraus ziehen? „Kommt, wir erklären den Europäern den Krieg, damit sie uns besetzen und das Land in Ordnung bringen“? Oder nicht eher: „Kommt, wir nehmen uns einen Trupp Geiseln, drohen mit deren Tod und dann kommen die Idioten und wir können wieder Gelder in die eigenen Taschen stecken, mit denen wir uns an der Macht halten – ist nicht nötig, dass wir irgendetwas unternehmen, dass es den Leuten und dem Land besser geht.“

Wir dürfen darauf warten, dass andere dem Beispiel von Ghaddafi folgen. Der Iran hat in dieser Hinsicht schon agiert. Dort sitzen mehrere iranischstämmige Amerikaner wegen angeblicher Spionagetätigkeit ein. Das soll offensichtlich Verhandlungsmasse sein. Die Mullahs haben ja auch recht ermutigende Erfahrungen mit britischen Soldaten gemacht. Die Kunst besteht lediglich darin den richtigen Hebel zu finden, auf den die Westler anspringen. Das Leben von Geiseln ist dabei die wirkungsvollste Methode. Und weil die Idioten sich an alle Absprachen halten und auch noch freiwillig immer was drauflegen, kann man als terroristischer Staat nur gewinnen.

25.7.07 10:11


Und die Welt schnarcht

In der vorletzten Woche gab es eine unauffällige Meldung, dass Syrien alle seine Staatsbürger aufforderte den Libanon zu verlassen. Da fragte man sich, wieso und es kamen – natürlich nur unter „interessierten Kreisen“, die „pro-israelisch“ sind – die Frage auf, wann denn Syrien wohl im Libanon losschlagen würde.

Die ersten Ansätze dessen, was kommen könnte, sind offenbar schon da: Syrisches Militär ist nach Berichten der libanesischen Zeitung Al Mustaqbal von letzter Woche Donnerstag drei Kilometer tief auf libanesisches Territorium vorgestoßen und baut dort Befestigungsanlagen. Wann genau dieser Vorstoß erfolgte, wird nicht berichtet. Dafür gibt es eine Reihe Zeugen, die das Eindringen der Syrer und ihre Bautätigkeiten bestätigten. Eine Nachfrage Michael Tottens beim Beiruter Daily Star ergab ebenfalls, dass die Information stimmte, aber weil sie in abgelegenen Gebieten statt fand, macht es halt keine Schlagzeilen.

Neben der Meldung von Michael Totten gibt es seit heute eine Erwähnung bei honestreporting.com (hier die deutsche Übersetzung), die sich auf Totten bezieht und relativ vergraben in einem allgemeineren Artikel zur Lage zwischen Syrien und dem Libanon bei PI.

Man stelle sich vor, israelische Soldaten würden auch nur einen Schritt auf libanesisches Gebiet tun – egal, was vorher passiert wäre (z.B. massiver Beschuss Nordisraels durch die Hisbollah). Die „Weltöffentlichkeit“ würde in Sondermeldungen massiv „informiert“, der UNO-Sicherheitsrat würde bemüht und es wäre in aller Munde. Ein Despot aber kann sich das ungestraft erlauben und wird sich ermutigt fühlen weiter zu machen. Den Libanon betrachtet er schließlich als zu Syrien gehörend.

9.7.07 22:06


Friedenslager-Geschwafel

In Heppenheim wurden gerade Schüler über den Nahost-Konflikt und Krieg und Frieden allgemein „gebildet“. Von einem Israel, denn die eigenen sich besonders gut für gutmenschliche Verdrehungen und Propaganda. In diesem Fall von Reuven Moskovitz, der als 15-jähriger nach „Israel, das damals noch Palästina hieß“ ging. Ein wahrlich friedensbewegter Mann, der israelische Verteidigung gegen Terror und Massenmord mit eben diesen beiden gleich setzt. Wie auch sonst, sonst wäre man ja nicht friedensbewegt.

“Krieg ist keine Lösung“ – DIE Hohlphrase der Friedensbewegung schlechthin – darf natürlich auch nicht fehlen. Leider hat der gute Mann vergessen, dass es dazu mehr als eine Partei braucht. Und diese zweite Partei – die pal-arabische – hat bisher alles getan, um keinen Frieden machen zu müssen, sondern die Lösungsversuche lediglich als Mittel der Kampfführung und Möglichkeit zur Ausweitung der Gewalt gegen den jüdischen Staat benutzt. Für Friedensbewegte natürlich kein Grund stutzig zu werden, im Gegenteil. Es lebe der Dialog mit Mördern und Terroristen, wir werden sie schon weich reden. Wie die Vergangenheit ja eindeutig beweist.

“Jemand, der im Krieg stirbt, ist kein Held. Er ist bloß tot.“ Ein Held dagegen ist, „wer seinen Feind zum Freund macht“. Klar, hehre Worte und Prinzipien. Dummerweise vergisst Herr Markovitz auch hier, dass es dazu letztlich zwei braucht. Im Übrigen finde ich nicht, dass ein Gefallener nur tot ist und sonst nichts. Er persönlich, ja. Trotzdem kann er ein Held sein. Als Jordanien 1967 Israel bombardierte und mit Artillerie beschoss, musste die israelische Armee die Bevölkerung verteidigen. In Jerusalem gibt es ein Museum auf dem „Ammunition Hill“, wo die Israelis die meisten Verluste beim Kampf um Jerusalem erlitten. Die Schilderungen des Kampfes und dessen, was einige Soldaten dort taten, sind meines Erachtens schon heldenhaft, egal, was friedensbesoffene „alles Kämpfen ist böse“-Vertreter meinen. (Links steht ein Zitat an Deutschland, das nicht nur für Deutsche gelten sollte!)

„Deutschland und Europa haben Angst vor einer islamistischen Bedrohung, fangen deshalb an, sich dagegen zu rüsten.“ Dies führe zu Kontrollen, Einschränkungen und schüre Aggressionen. „Es liegt an Euch“, mahnt Moskovitz die Schüler, „den friedlichen Weg des Dialogs weiterzuführen.“ Sagt der große Friedensstifter aus Nahost. Wo sind sie denn mit ihren Dialogen gelandet? Wann immer Dialoge geführt wurden, wurde das Ergebnis von den PalArabern missbraucht. Die islamistische Bedrohung ist real, Herr Markovitz. Mit Dialog allein kommt man da nicht weiter, es müssen auch Konsequenzen gezogen werden. Die Aggressionen, die da angeblich geschürt werden, sind auf einer Seite zu suchen, die für sich in Anspruch nimmt die Welt beherrschen zu wollen und zu müssen. Eine Seite, die aggressiv gegen die moderaten Stimmen in ihren eigenen Reihen vorgeht. Eine Seite, die Dialog als Schwäche des den Dialog Suchenden definiert und schlichtweg lügt. Die große Masse dieser Seite ist nicht so; aber die Wortführer, die müssen endlich in die Schranken gewiesen werden, damit Dialog im eigentlichen Sinne möglich ist und nicht ständig nur Dialüg am Zuge ist.

Am „besten“ war die Einleitung des Artikels, der zweite Absatz: „Israel ist in ständiger Alarmbereitschaft. Die Menschen haben Angst vor Selbstmordanschlägen. Angst haben auch Israels Nachbarn. Die Palästinenser fürchten israelische Luftangriffe und sind hinter Mauern und Stacheldraht eingesperrt.“
“Angst vor Selbstmordanschlägen“ – ja warum eigentlich nicht? Allerdings habe ich diese Angst anders erlebt, als ich jetzt in Israel war: als reine Vernunft. Angst macht panisch, lässt unreflektiert handeln. Was ich vor Busbahnhöfen, Einkaufszentren, Restaurants und Hotels gesehen habe, war keine Angst. Es war die reine Vernunft. Die Israelis gehen nicht panisch mit der Bedrohung um, sondern rational. Ständige Alarmbereitschaft in gewissem Sinne ja: Man ist aufmerksam. Mehr nicht. Was für ein Zustand ist es denn auch, wenn man immer damit rechnen muss, dass eine Bombe hoch geht, weil ein gehirngewaschener PalAraber oder sonstiger Muslim-Extremist sich zu seinen vermeintlichen Jungfrauen befördert?

Die Gleichsetzungen des Herrn Moskovitz sind eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes. Warum hören die PalAraber nicht einfach mal auf zu bomben? Dann flögen keine IDF-Jets mehr! Wenn sie aufhörten zu morden und sich darauf konzentrieren würden eine funktionierende Zivilgesellschaft aufzubauen, würden die Mauern und Zäune nicht nötig sein, hinter denen sie sich eingesperrt fühlen.

Aber so weit denken friedensbesoffene Weltverbesserer nicht. Denn dann könnte nicht der Westen für alles verantwortlich gemacht werden, was in der Welt schief läuft. Dann müsste man zugeben, dass die PalAraber nicht die eigentlich harmlosen und unschuldigen Opfer sind, zu denen man sie hier unbedingt stilisieren will.

Nein, Herr Moskovitz: Helden gibt es auch im Krieg – leider sind die meisten davon wegen ihrer Heldentaten nicht mehr am Leben. Und Dialog ist nur dann Dialog, wenn beide Seiten ihn als solchen führen und ein für beide Seiten annehmbares Ergebnis erzielen wollen. Das ist dummerweise auf der Seite der Terroristen nicht zu finden. Und so muss Israel sich weiter verteidigen, Schutzmaßnahmen ergreifen und muss Deutschland und Europa sich vorbereiten die Islamisten einzuschränken. Sonst sind wir beim Dialüg und beim politischen und gesellschaftlichen Selbstmord angelangt, den die Terroristen und Islamisten als Sieg feiern werden. Auch wenn Sie das nicht deren Sieg nennen werden wollen.

4.7.07 10:59


PSL + Rübezahl = ?

Gestern hatte Reinhold Beckmann wieder Lieblingsgäste. Zum zweiten Mal durfte „Rübezahl“ Murat Kurnaz dort ganz dezent herumsaldabern, unterstützt von seinem geistlichen Beistand aus der Hölle von Guantánamo (der zwischenzeitlich selbst verdächtig war Terroristen zu unterstützen) und dem unvermeidlichen Peter Scholl-Latour.

Neueste von Rübezahl verbreitete „Erkenntnis“: Er hat kerngesunde Menschen in Guantánamo zum Arzt gehen sehen, die dann mit einem Finger, einer Hand, einem Arm weniger zurückkamen. Wunderbar, „Das Tal der Wölfe“ ist Wirklichkeit geworden! Es geht doch nichts über immer neue Gräuelgeschichten, die bisher nicht rausgelassen wurden!

Danach war ich ganz schnell wieder woanders. Trotzdem konnte ich der Sendung nicht entkommen – der WDR brachte gegen 6.15 Uhr heute Morgen noch schnell ein paar „Informationen“ zur Sendung. Da durfte der Schlusssatz von PSL nicht fehlen, der gleich einmal mehr seinem senilen Antiamerikanismus frönte: Dass die Amerikaner einen rechtsfreien Raum geschaffen hätten, das ginge nun wirklich nicht und müsse beendet werden. Wasser auf die Mühlen der WDR-Schaffenden – und wieder wurde dem Hörer schön eingehämmert, wo er die Bösen zu sichten hat.

Dabei müsste der alte Mann als ehemaliger Fremdenlegionär wissen, wer in Wirklichkeit den rechtsfreien Raum geschaffen hat: die Leute, die in Guantánamo einsitzen. Schließlich sind sie es, die keinerlei Konventionen einhalten; sie sind es, die sich nicht als kämpfende Truppen zu erkennen geben; die sich zur Bekämpfung hauptsächlich Zivilisten suchen; die in jedem anderen Krieg auf der Stelle erschossen worden wären, weil sie als galten, was sie sind: organisierte Terrorbanden. Nicht einmal „Partisanen“.

Mit anderen Worten: Die Amerikaner waren so menschlich das nicht zu tun. Sie konnten den Terroristen aber auch nicht den Status von Kriegsgefangenen zuerkennen – eben weil sie Terroristen und nicht Soldaten sind, sich wie Terroristen und nicht wie Soldaten verhalten. Genauso wenig kann man sie als ganz „normale Kriminelle“ werten.

Aber all das ficht PSL in seinem Hochmut und Antiamerikanismus nicht an. Hauptsache, den Amis kann man eins auswischen und sie an den Pranger stellen. Mit der Wirklichkeit braucht das nichts zu tun zu haben. Wie üblich in Deutschland. Hier weiß man ganz genau, wer die Guten und wer die Bösen sind – die Bösen sind grundsätzlich die Amis, also sind die die Guten, die gegen die Amis sind. Egal, was die tun. Und egal, wie schlechte Argumente sie haben. Das scheint die Philosophie auch des Peter Scholl-Latour zu sein.

19.6.07 20:43


Existenzrecht? Israel?

Es gab einmal eine Zeit, da bemühten sich selbst die schlimmsten Antisemiten und Hetzer in Europa, die sich aber immer als um Israel besorgt gaben und behaupteten Freunde des jüdischen Staates zu sein, deutlich zu machen Israels Existenzrecht stehe außer Frage. Ob das ernst gewesen war oder nur ein Lippenbekenntnis, mag dahin gestellt sein. Es wurde jedenfalls gesagt. Und es ist Vergangenheit.

Heute geben sich diese Schmeißfliegen nicht einmal mehr die Mühe entweder zu lügen oder zu glauben, trotz ihres Hasses den Staat Israel mit ihren für Israel existenziell bedrohlichen Ansichten und Forderungen zu beschützen. Zu den besonders guten Beispielen für diesen offen geäußerten praktischen Antisemitismus gehören zwei Äußerungen der jüngsten Zeit: Marie-Luise Knott gerade in der Frankfurter Rundschau und PDS-Politiker Norman Paech im März in der Netzzeitung.

Dass Paech damals Israel unterstellte, mit der Forderung seiner Anerkennung durch die Araber zu viel zu verlangen, begründete er damit, dass diese Anerkennung des Existenzrechts nur am Ende eines Verhandlungsprozesses stehen könne. Das Existenzrecht zu fordern sei eine „verbale Überhöhung“. Man könne die Existenz Israels anerkennen, mehr nicht.

Da fragt man sich doch, wer hier „verbal überhöht“! Und was die Anerkennung einer Existenz soll, die ohnehin nicht bestritten werden kann. Paech betreibt Wortklauberei, um Israel das Existenzrecht abzusprechen. Nichts anderes.

Ähnlich verhält es sich mit Frau Knott. Die hat doch tatsächlich den Nerv „Olmerts Beharren auf dem Existenzrecht" (!) mit einer israelischen Identitätskrise erklären zu müssen. Und setzt dann noch einen drauf: „Olmerts moralisch überhöhter Anspruch, ‚das Existenzrecht’ müsse als Vorleistung vor jeder Verhandlung von Seiten der Palästinenser garantiert werden, enthebt ihn für den Moment des realen Schritts der Verhandlung und der Anerkennung, der ein politischer Schritt ist.“

Was, bitte, ist an der Anerkennung des Lebensrechts eines Staates, „moralisch überhöht“? Ist es moralisch falsch, wenn man verlangt, dass der andere einen leben lässt?

Wie irre muss man sein, um von den Israelis zu verlangen, sie müssten ihr Existenzrecht noch einmal auf den Verhandlungstisch legen? Sollen sie wirklich darüber verhandeln müssen, ob sie überhaupt existieren dürfen?

Warum wird nicht statt dessen die Existenz eines palästinensischen Volkes in Frage gestellt? Schließlich haben sich die Araber Palästinas bis 1964 kategorisch gewehrt Palästinenser zu sein! Nur, weil diese Typen jetzt seit gut vier Jahrzehnten eine eigenständige, unabhängige Geschichte erlügen, soll Israel sein Existenzrecht zur Verfügung stellen und riskieren, dass es nach Ende der Verhandlungen nicht mehr vorhanden ist?

Aber das muss alles sein, um die Welt „gerecht“ zu machen: frei von einem jüdischen Staat, den die Araber nicht haben wollen. Denn in Verhandlungen wird der nicht erstehen. Dafür werden die Terroristen schon sorgen. Wenn selbst Maximal-Zugeständnisse wie die von Ehud Barak im Juli 2000 abgelehnt werden und alle Gruppierungen der Pal-Araber, ihre Medien, ihre Imame, ihre Schulen der eigenen Bevölkerung ständig einbläuen, dass „Palästina“ vom Jordan bis zum Mittelmeer reicht und das „zionistische Gebilde“ beseitigt werden muss, dann machen deutsche Gutmenschen und Hasser der lebenden und sich verteidigenden Juden die Augen und Ohren zu, damit sie nicht zugeben müssen, dass sie die falsche Seite unterstützen. Das darf nicht sein. Sie sind die Guten. Die Juden die schlechten. Es ist inzwischen wirklich nur noch eine Frage der Zeit, wann sie das wieder so offen sagen wie die braunen Horden vor 70 Jahren.

9.6.07 13:10


Boykott gegen die Boykotteure

Nathan Jeffay und Melanie Newman,
The Times Higher Education Supplement, 8 Juni 2007

Eine Verurteilung Großbritanniens im Ausland und das Gespenst von Sanktionen droht. Nathan Jeffay und Melanie Newman berichten.

Britische Akademiker sahen sich diese Woche einem nie da gewesenen Gegenschlag ausgesetzt, weil ein angedrohter Boykott israelischer Universitäten das Gespenst internationaler Sanktionen gegen britische Waren und Forschung aufkommen ließ.

Die israelische Regierung, eine amerikanische Forschungs-Stiftung und Rechtsanwälte auf beiden Seiten des Atlantik gehen in Stellung, um jeden Boykott israelischer Akademiker zu versenken, der aus einem Antrag entsteht, der beim Gründungskongress der University and College Union beschlossen wurde.

Während der globale Gegenschlag an Fahrt gewann, waren die Vertreter der UCU nicht in der Lage klarzustellen, welche Folgen genau, falls überhaupt, der mit 158 zu 99 Stimmen angenommene Boykott-Antrag des Kongresses der letzten Woche für britische Universitäten und Akademiker haben könnte. Es kommt die Möglichkeit auf, dass das Auslösen eines großen internationalen Aufschreis dafür sorgt, dass der Boykott umgesetzt wird.

Am Montag begann die Knesset, das israelische Parlament, über einen Gesetzesentwurf zu debattieren, durch den britische Importe nach Israel mit einem Aufkleber versehen werden: „Dieses Land beteiligt sich an einem antiisraelischen Boykott.“ Dem ging ein Brief von Elizabeth Goldhirsch von der Goldhirsch-Stiftung in den USA an die britische akademische Welt voraus; diese finanziert Forschung zu Gehirntumoren. Sie schreibt, dass überlegt worden war, Forschungsgelder auch Forschungsanträge aus dem Vereinigten Königreich zu vergeben; man sehe sich dazu aber nicht länger in der Lage.

In Großbritannien sagte Anthony Julius, ein Anwalt der Londoner Kanzlei Mishcon de Reya, der die verstorbene Diana, Prinzessin von Wales, bei ihrer Scheidung von Prinz Charles vertrat, er habe sich mit dem amerikanischen Top-Anwalt Alan Dershowitz zusammengeschlossen, um die vorgeschlagenen Boykott zu bekämpfen.

In einem Exklusiv-Gespräch mit dem Times Higher sagte Julius, der auch Gastprofessor an Birbeck, University of London: „Die Abstimmung hat ein großes Gefühl der Solidarität unter bestimmten Wählerschaften ausgelöst. Die überwältigende Mehrheit der Juden findet diesen Beschluss abstoßend, Akademiker schrecken vor den zweierlei Maßstäben der Resolution und der Bedrohung der akademischen Freiheit und Leuten, die weder Juden noch Akademiker sind, betrachten diese Aktivitäten als das, was sie sind: durch Arglist und Hass auf Israel bewirkt.“

Professor Dershowitz, Felix Frankfurter-Professor an der Harvard University, hat versprochen finanziellen und juristischen Ruin über jeden britischen Akademiker zu bringen, der den Boykott unterstützt.

Bei dem Gespräch mit dem Times Higher verglich Professort Dershowitz diese Woche den Boykott mit der Behandlung jüdischer Studenten und Fakultätsmitglieder in Nazideutschland. Er versprach „außergewöhnliche Strafmaßnahmen“ gegen die am Boykott Beteiligten.

Tom Hickey, Vorsitzender des UCU-Zweigs der Brighton University und derjenige, der den Boykott-Beschluss beantragte, sagte, die Abstimmung würde den internationalen Ruf britischer Akademiker verbessern. „Wir haben gezeigt, dass wir uns nicht in einem Elfenbeinturm absondern, sondern unser Gelehrten-Urteil nutzen, um die Welt besser zu machen“, sagte der dem Times Higher.

Ian McDonald, Senior-Dozent der Brighton University, der den UCU-Beschluss unterstützte, sagte: „Wir müssen der Ansicht entgegen treten, dass antizionistisch zu sein heißt antisemitisch zu sein.“

Persönliche Anmerkung: Die hehre Selbstgerechtigkeit der UCU wendet sich pauschal gegen israelische Akademiker. Damit wendet er sich ausgerechnet gegen den Bereich der israelischen Gesellschaft, wo sie die meisten Verbündeten für ihre Ansichten zum Nahost-Konflikt finden würden. Sinnloser kann man nicht boykottieren!

8.6.07 22:11


Politik der EU schürt den Extremismus

Dem würde ich ja zustimmen – wenn die Aussage nicht von Austria-EP-Sozi Dr. Hannes Swoboda käme und völlig anders gemeint wäre, als ich sie vertreten würde. Herr Swoboda meint, man müsse die Terroristen stärker alimentieren, das brächte die dazu ganz friedlich zu werden und ihre Völkermord-Ambitionen aufzugeben. Erzählt hat er das einer Journalistin des österreichischen Kurier, die offensichtlich Besseres zu tun hatte als kritisch zu hinterfragen, was der Mann da absonderte:

KURIER: Gewalt in den Palästinensergebieten, Israel wird beschossen. Will die SPE nach wie vor, dass die EU mit der ganzen Palästinenserregierung Kontakte aufnimmt?
Hannes Swoboda: Israel hat das Recht, sich zu verteidigen. Neben einer militärischen Antwort, muss es aber auch eine Stärkung aller politischen Kräfte geben, die Gewalt ablehnen. Dazu gehört die palästinensische Regierung. Deren Zerfall ist nicht im Interesse Israels.

Klar, die Fatah will Frieden, die Hamas-Regierungsmitglieder wollen Frieden und die anderen auch alle. Das haben sie durch intensive Nichtbeschießung Israels Jahre lang bewiesen. Auch dadurch, dass sie gegen alle Terror-Aktivitäten und –aktivisten vorgegangen sind, die den Frieden der letzten Jahre hätten gefährden können. Es gibt Beweise ausschließlich für friedfertige Palästinenser-Parteien und die sind absolut hilflos gegen von Israel provozierte Einzeltäter – oder so, nicht wahr, Herr Swoboda?

Die Hamas steht auf der Terrorliste der EU. Das stört Sie nicht?
Der Übergang zu einer nicht-terroristischen Organisation ist fließend und dauert Jahre. Apropos Terrorismus: Unsere Politik ist super für die Hamas, weil sie jetzt sagen kann: "Der Regierungseintritt hat nichts gebracht, im Gegenteil die Erniedrigung ist noch größer!" Unsere Politik schürt den Extremismus. In einem Jahr ist Israels Sicherheit noch gefährdeter als heute.

Ach ja, der Regierungseintritt ist schon der Garant dafür, dass wir es mit friedfertigen Ghandis zu tun haben und nicht mit Terroristen. Wer einer Regierung beizutreten bereit ist, ist per sé schon gut und muss hofiert und gespeichelleckt werden. Regierungseintritt ist alles, was nötig ist, damit alles bestens ist. Und schon ist die Hamas rehabilitiert und der Westen der Böse. Geht’s noch?

Sie waren kürzlich im Nahen Osten. Ihr Eindruck?Es ist vor allem in Gaza die öffentliche Ordnung zerfallen, es herrschen mafiöse Zustände. Das kann keiner mehr kontrollieren.

Gut, wenn das keiner mehr kontrollieren kann, dann auch die Terroristen-Regierung nicht. Und weil nichts kontrollierbar ist, muss man Geld hinein stecken, den Terroristen in den A... kriechen und sie vor allem nicht ihre wichtigsten Ziele im Hinterkopf haben: die Vernichtung des „zionistischen Gebildes“.

Was verlangen Sie?
Finanzhilfen müssen direkt mit klarer Struktur und Kontrolle an die palästinensische Regierung bezahlt werden, nicht wie jetzt über einen komplizierten Mechanismus, wo Geld an humanitäre Organisationen geht und, fast kann man sagen, verschwendet wird. Mit diesem Geld werden Löcher gestopft. Die Leute haben aber nichts zum Leben. Es geht aber um Wiederaufbau, Jobs, Infrastruktur.

Und wer, bitte hätte je dafür gesorgt? Die „Regierung“, die in den letzten Jahren (egal, wer sie stellte!) Gelder in Taschen verschwinden ließ oder für den Terrorkrieg gegen die Juden verwendete? Ich denke, die EU hat festgestellt, es würde alles kontrolliert? Widersprüchlich, widersprüchlich, Herr Swoboda – hat die EU-Kommission gelogen?

Was glauben Sie, wie sieht der Außenbeauftragte Solana ein Ende des Boykotts?
Als ich ihn das letzte Mal gefragt habe, hat er mir nicht geantwortet. Mir hat das gezeigt, dass er nicht abgeneigt ist, in diese Richtung zu gehen. Außenkommissarin Ferrero-Waldner hat für Blockade-Politik noch nie etwas übrig gehabt.

Na, dann ist also „kein Kommentar“ eine Befürwortung? Nicht mit ihm reden eine Bestätigung, dass der Herr Swoboda richtig liegt? Das muss ich mir merken. Wenn mich demnächst einer ignoriert, dann weiß ich genau, dass er meiner Meinung ist!

Andere Blogger-Kollegen haben schon ausführlich darauf hingewiesen, dass Dr. Swoboda reichlich seltsame Ansichten vertritt; hier haben wir ein weiteres Bespiel für völlig deformierte Gedankenstrukturen, die nur einen impliziten Antizionismus (und damit auch Antisemitismus) offenbaren, die Welt so bösartig infiziert hat. Mal ganz abgesehen davon, dass wieder mal vertreten wird, dass das Böse nicht bekämpft werden darf, weil Kämpfen an sich böse ist.

25.5.07 20:49


Irre in Brüssel

Man ist schon viel gewohnt, was Brüssel angeht. Belgien ist eines der am schlimmsten gegen Israel hetzenden Länder Europas. Wenn es darum geht Israel zu verleumden, sind Vertreter Belgiens selten nicht in der ersten Reihe zu finden. So verwundert es nicht, wenn aus dem Europaparlament in Brüssel (bezeichnend!) eine üble Stimme gegen Israel spricht, die einer Belgierin gehört, der Abgeordneten Veronique de Keyser:

„Wenn der israelische Botschafter noch ein einziges Mal kommt und über die Sicherheit Israels spricht, schwöre ich, dass ich ihn einfach erwürgen werde.“

Das ist also die Sprache von Leuten, die Frieden erzielen wollen. Tut mir leid, aber das ist eher die Sprache einer Person, die lieber Völkermord an den Israelis begehen will als einen Frieden zu schaffen, der beiden Seiten gerecht wird. Untermauert wird das von einer Äußerung wie dieser:

„Ich möchte das maßvolle und reife Verhalten der Palästinenser loben.“

Wo, bitte, Frau de Keyser ist das Verhalten der Palästinenser maßvoll?

Beim Umgang mit Waffen?

In der „Bildung“ der Kinder in Schulen und Medien?

In der Einhaltung eines Waffenstillstands, indem man einige Hundert Qassams über die Grenze verschießt?

In der Wahl von Terroristen mit Völkermord-Ambitionen in die „Regierung“?

In die Entführungen, die alltäglich statt finden?

In der mörderischen Bilanz, dass 21 Wochen nacheinander die Palästinenser mehr Palästinenser umgebracht haben, als durch die israelische Armee getötet wurden?

In den internen Machtkämpfen, die genauso durch die Terror-Organisationen gegeneinander ausgetragen wurden, wie es inzwischen Clan-Kämpfe gibt?

Frau de Keyser findet Massenmörder maßvoll und eine Nation, die um ihr Überleben kämpft, will sie lieber vernichtet sehen (sie wird das nie zugeben, aber alle ihre Äußerungen laufen auf dieses Ziel hinaus) und ihren Botschafter will sie eigenhändig ermorden. Das ist die Moderne, liebe Freunde – die linke, europäische Moderne, die so fortschrittlich ist, dass sie Mörder zu Opfern erklärt und Mordopfer für Täter. Kann man solche Leute wirklich als etwas anderes bezeichnen als irre?

7.5.07 23:39


Alles wieder im Lot?

Die 15 britischen Marineangehörigen sind frei. Na ja, morgen sollen sie wieder raus können. Alle sind erleichtert. Es wird die Frage gestellt, was der Preis ist – und alle sagen, es hat keine „Zahlung“ gegeben.

Die „Europäer“ (die von der EU, die sich für die einzigen wirklichen Europäer halten) werden leicht hüpfen vor Freude und sich wieder auf die Schultern klopfen, dass sie einmal mehr mit friedlichen Mitteln und ohne Drohungen eine Krise gemeistert haben – dabei haben sie nichts, aber auch gar nichts dazu getan, sie tatsächlich zu lösen.

Nahost-Experten wie Michael Lüders (WDR2-Radio kurz nach 18 Uhr) und Ulrich Tilgner (ZDF heute um 19 Uhr) machen Differenzen zwischen den „radikalen“ und den „moderaten“ Kräften des Iran dafür verantwortlich – die moderaten haben sich gegen Hardliner Ahmadinedschad durchgesetzt; sie wollten keine Konfrontation mit dem Westen. Wer’s glaubt... So kann man sich wieder die Argumente zurechtrücken, die untermauern sollen, dass der „kritische Dialog“ Erfolg hat und man bitte nicht so böse zum Iran sein soll wie die Amerikaner.

Was hat die Scharade um die Soldaten gebracht?

In erster Linie haben die Iraner gezeigt, dass die Briten (und mit ihnen Europa) weniger sind als ein Papiertiger. „Europa“ hat auf ganzer Linie versagt, denn niemand war bereit, außer warmen Worten irgendetwas zu tun, um die Briten tatsächlich zu unterstützen und dem Iran Folgen für sein Tun anzukündigen – nicht einmal die Briten selbst haben wirkungsvolle Maßnahmen beschlossen, geschweige denn sie bei den EU-Staaten einzufordern. Ein Propagandasieg der Mullahs, der nicht unterschätzt werden sollte.

Noch mehr durch die jetzt gezeigte „Großzügigkeit“ den Soldaten ihre „Verbrechen“ zu „vergeben“ und sie nach Hause zu schicken. In der arabischen Welt haben sie damit gepunktet und die Briten, wie „die Europäer“ vorgeführt als Hanswurste, die man nach belieben erniedrigen kann. Die man nicht ernst nehmen muss, sondern denen man zeigen muss, wo der Hammer hängt und wer wirklich das Sagen in der Welt hat.

“Europa“ als Ganzes hat sich mehr als blamiert. „Die Europäer“ sind nicht in der Lage für ihre Werte (oder das, was sie dafür halten?) einzustehen und zu kämpfen (muss ja nicht gleich militärisch sein). Mehr als ein erhobener Zeigefinger für ein „das geht aber nicht“ ist nicht drin – und genau deshalb geht das doch, was nach Meinung „Europas“ nicht geht. Und das hat dann auch noch Erfolg, weil „Europa“ sich nicht aufraffen kann zu handeln.

Vor diesem Hintergrund brauchen die Iraner weder eine „Entschuldigung“ der Briten noch irgendwelche Gegenleistungen. Sie haben auf der ganzen Linie gewonnen. „Die Europäer“ sind international bis auf die Knochen blamiert, die Terror-Mullahs können sich im Licht ihrer Großzügigkeit sonnen und haben Oberwasser. Sie können sich sicher sein jederzeit wieder zuschlagen zu können, um die „Europäern“ erneut vorzuführen und die nächste Machtdemonstration zu zeigen. Vor allem der islamischen Welt, denn damit sind sie in der Lage der Umma zu zeigen, wer wirklich in der Lage ist dem Westen Paroli zu bieten. Auf die zielte zum großen Teil auch die heutige Überraschung: Seht her, wir sind so stark, dass wir es uns leisten können die Verbrecher nach Hause zu schicken. Die können uns eh nichts.

Was hätte den Terror-Herrschern Besseres passieren können? Sie stehen als Helden da, die dem Westen ungestraft die Stirn bieten. Im Westen schwadronieren Experten über interne iranische Auseinandersetzungen. Und der Iran kann weiter machen wie bisher, hat nichts zu befürchten, konnte seine Stellung stärken und führt uns an der Nase herum. Wie gehabt, wieder ein Steinchen auf den Haufen gelegt, der dem Westen den Untergang bringen soll. Und der Westen wird sich schön eingraben lassen. Einen weiteren Schritt dahin haben wir hinter uns. Ob das unsere Führungskräfte begreifen? Und ob sie jemals in der Lage sein werden zu handeln, bevor das Kind nicht nur in den Brunnen gefallen, sondern auch noch ertrunken ist? Ich wage es zu bezweifeln.


Ein weiterer guter Kommentar steht bei Spirit of Entebbe.

4.4.07 20:15


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